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        <title><![CDATA[Kein Mensch ist illegal - Köln]]></title>
        <link><![CDATA[http://www.kmii-koeln.de/index.php]]></link>
        <description><![CDATA[Netzwerk gegen Abschiebung
und Ausgrenzung in Köln]]></description>
        <copyright><![CDATA[kmii-koeln@gmx.net]]></copyright>
        <lastBuildDate><![CDATA[Fri, 09 Mar 2012 23:46:58 +0100]]></lastBuildDate>
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            <title><![CDATA[NEUE WEBSITE]]></title>
            <description><![CDATA[<p><b>Unsere website wird zur Zeit umgestaltet.<br />
<br />
Die neue website ist provisorisch &#252;ber diesen Link aufrufbar:<a href="http://www5.kmii-koeln.de/">http://www5.kmii-koeln.de/</a></p>]]></description>
            <link><![CDATA[http://www.kmii-koeln.de/index.php?id=136]]></link>
        </item>
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            <title><![CDATA[Kritische Perspektiven: Die »Sarrazindebatte« und die Meinungsfreiheit]]></title>
            <category><![CDATA[kmii]]></category>
            <category><![CDATA[Termine]]></category>
            <category><![CDATA[Köln]]></category>
            <description><![CDATA[<p><i><b>&#187;Das wird man ja wohl noch sagen d&#252;rfen&#171;</b></i><br />
Veranstaltung mit<br />
Regina Wamper, Gabriel Kuhn und Sebastian Friedrich<br />
<b>Montag, 17. Oktober 2011, 19.30 Uhr</b><br />
im ROM e.V., Venloer Wall 17 (U-Bahn-Haltestelle Hans-B&#246;ckler-Platz)</p><br /><br /><p><img src='http://www.kmii-koeln.de/XE3system/uploads/Sarrazinbuch.jpg' /><br />
Sebastian Friedrich (Hg.), <i>Rassismus in der Leistungsgesellschaft. Analysen und kritische Perspektiven zu den rassistischen Normalisierungsprozessen der &#8222;Sarrazindebatte&#8220;</i><br />
264 S., 19.80 EUR, ISBN 978-3-942885-01-0</p>

	<p>Das mediale Ereignis der &#187;Sarrazindebatte&#171; f&#252;hrte zu einer breiten gesellschaftlichen Verschiebung nach rechts, enttabuisierte rassistisches Denken und verband in besonderer Weise Rassismus mit Elite- und N&#252;tzlichkeitsdenken. Dieses komplexe Ereignis wird in dem Ende August 2011 erscheinenden Sammelband &#8222;Rassismus in der Leistungsgesellschaft&#8220; in 15 Beitr&#228;gen mit unterschiedlichen theoretischen Perspektiven kritisch analysiert. Der Sammelband gibt Anst&#246;&#223;e f&#252;r den Alltag, die politische Praxis und die kritische wissenschaftliche Auseinandersetzung.<br />
Zun&#228;chst werden die dominanten Topoi der &#8222;Sarrazindebatte&#8220; dargestellt, die die Verschr&#228;nkung des &#214;konomiediskurses mit dem Einwanderungsdiskurs zuspitzten. Nach einem kurzen &#220;berblick der Beitr&#228;ge widmet sich Regina Wamper der Figur der Meinungsfreiheit. Sie empfiehlt sich nicht auf die strategische Figur einzulassen, und stattdessen die Aussagen und deren Kontexte, die Positionen der Sprecher_innen in Herrschaftsverh&#228;ltnissen und die Machtwirkungen zu untersuchen. Nach der Vorstellung des Buchs kann gemeinsam auch &#252;ber Handlungsm&#246;glichkeiten diskutiert werden.</p>

	<p>Regina Wamper ist Mitarbeiterin des Duisburger Instituts f&#252;r Sprach- und Sozialforschung (DISS). Sie arbeitet diskursanalytisch zu den Themen extreme Rechte in Deutschland, Antisemitismus, v&#246;lkische Kapitalismuskritik und Geschlechterkonstruktionen der extremen Rechten.<br />
Gabriel Kuhn lebt als freier Autor und &#220;bersetzer in Stockholm. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten z&#228;hlen Anarchismus, autonome Politik und subkulturelle Zusammenh&#228;nge.<br />
Sebastian Friedrich lebt in Berlin, ist Redakteur von kritisch-lesen.de, freier Mitarbeiter der Opferberatungsstelle ReachOut Berlin, Aktiv bei KOP (Kampagne f&#252;r Opfer rassistischer Polizeigewalt), Mitglied des AK Rechts und der Diskurswerkstatt des Duisburger Instituts f&#252;r Sprach- und Sozialforschung (DISS) und aktiv im Netzwerk der edition assemblage in M&#252;nster.</p>

	<p>Veranstalter: <i>kein mensch ist illegal</i> K&#246;ln zusammen mit ROM e.V., unterst&#252;tzt von <i>&#214;ffentlichkeit gegen Gewalt K&#246;ln e.V., T&#252;day, Antifa-Ak K&#246;ln, Save Me K&#246;ln, AKKU</i> (Antifaschistische Koordination K&#246;ln und Umland)</p>

	<p><b><a href='http://www.kmii-koeln.de/XE3system/uploads/flyer sarrazindebatte 2.pdf'>flyer</a></b></p>]]></description>
            <link><![CDATA[http://www.kmii-koeln.de/index.php?id=135]]></link>
        </item>
        <item>
            <title/>
            <category><![CDATA[kmii]]></category>
            <category><![CDATA[Köln]]></category>
            <category><![CDATA[Aktionen]]></category>
            <description><![CDATA[<p>Am Samstag, 18. Juni 2011 haben aus Anlass der Innenministerkonferenz am 21./22. Juni 2011 in Frankfurt AktivistInnen des K&#246;lner Netzwerks &#8222;kein mensch ist illegal&#8220; mit einer Protestaktion in der K&#246;lner Innenstadt an die Innenminister des Bundes und der L&#228;nder appelliert, endlich eine gr&#246;&#223;ere Zahl von Fl&#252;chtlingen aus Libyen aufzunehmen.</p><br /><br /><p><b>Fluchtwege &#246;ffnen, Fl&#252;chtlinge aufnehmen!</b><br />
Der Choucha-Appell</p>

	<p><i>&#8222;Wir wollen hier weg! Europa muss helfen!&#8220;</i> Die Forderungen auf den Pappschildern der Fl&#252;chtlinge und MigrantInnen an der tunesisch-libyschen Grenze sind eindeutig &#8211; und zwingend: 5.000 Menschen warten seit Wochen und Monaten unter unertr&#228;glichen Bedingungen in dem Lager des UN-Fl&#252;chtlingskommissariats (UNHCR) in Choucha.<br />
Sie alle konnten dem eskalierenden B&#252;rgerkrieg in Libyen entkommen. Viele waren dort als ArbeitsmigrantInnen besch&#228;ftigt, andere hatten Zuflucht vor den Kriegs- und Krisenzonen im subsaharischen Afrika gesucht. &#220;berlebende von gekenterten Fl&#252;chtlingsbooten begegnen in Choucha denjenigen, die sich aus Verzweiflung und allen Gefahren zum Trotz wieder Richtung libyscher Grenze auf den Weg machen, um die gef&#228;hrliche &#220;berfahrt nach Europa zu wagen.<br />
Als vier Fl&#252;chtlinge aus Eritrea am 21.5.2011 bei einem Feuer in der improvisierten Zeltstadt sterben, kam es zu spontanen Protesten und Stra&#223;enblockaden. Das tunesische Milit&#228;r reagierte mit Tr&#228;nengas, Anwohner &#252;berfielen das Lager. Mindestens zwei Fl&#252;chtlinge wurden erschlagen, viele trugen schwere Verletzungen davon.<br />
Die Fl&#252;chtlinge in Choucha hofften und hoffen auf Hilfe und Unterst&#252;tzung durch den UNHCR, der in den letzten Wochen u.a. die europ&#228;ischen Staaten mehrfach um die Aufnahme von zumindest 6.000 Fl&#252;chtlingen aus Libyen gebeten hatte. Vergeblich. Vielmehr wird die europ&#228;ische Grenzschutzagentur Frontex verst&#228;rkt in Stellung gebracht und die neuen demokratischen Regierungen in Nordafrika werden mit Geldangeboten gelockt, damit sie auch in Zukunft die Wachhunde vor Europas Grenzen bleiben.<br />
Die Situation in Choucha muss im Kontext der Vorverlagerung des europ&#228;ischen Grenzregimes nach Nordafrika gesehen werden. In der Abwehr von Fl&#252;chtlingen und Migrantinnen haben die europ&#228;ischen Staaten jahrelang schamlos mit den Despoten des Maghreb zusammengearbeitet, insbesondere mit Ben Ali in Tunesien und Gaddafi in Libyen. Nun wird zwar der demokratische Wandel begr&#252;&#223;t, aber all jenen die Hilfe verweigert, die in den tunesischen Fl&#252;chtlingslagern strandeten und f&#252;r die es kein Zur&#252;ck mehr gibt.<br />
Die Stimmen von Choucha stehen f&#252;r das verzweifelte Aufbegehren gegen eine Politik der flagranten Menschenrechtsverletzungen, wie sie sich tagt&#228;glich an vielen Brennpunkten der europ&#228;ischen Au&#223;engrenzen abspielen. Ein Bruch mit dieser Politik ist notwendig, um das Sterben auf See und in der W&#252;ste zu beenden. Die Demokratiebewegungen in Nordafrika bieten die Chance f&#252;r einen Neuanfang. Statt t&#246;dlicher Ausgrenzung und grotesker Bedrohungsszenarien muss Offenheit und Solidarit&#228;t die Zukunft des mediterranen Raumes pr&#228;gen. Es braucht Br&#252;cken statt Mauern f&#252;r ein neues afrikanisch-europ&#228;isches Verh&#228;ltnis, damit Europa ein Raum wirklicher Freiheit, allgemeiner Sicherheit und der gleichen Rechte f&#252;r Alle wird.<br />
Die Aufnahme von Fl&#252;chtlingen aus Choucha in Europa w&#252;rde in diesem Sinne ein erstes, nicht nur symbolisches Zeichen setzen. Wir fordern daher die politisch Verantwortlichen auf europ&#228;ischer Ebene, in Bund, L&#228;nder und Gemeinden auf,<br />
<li>Soforthilfma&#223;nahmen zur Fl&#252;chtlingsaufnahme zu ergreifen und die Fl&#252;chtlinge aus Choucha und den anderen vor&#252;bergehenden Fl&#252;chtlingslagern in Europa aufzunehmen.</li><br />
<li>Humanit&#228;re Unterst&#252;tzung jener Subsahara-MigrantInnen zu leisten, welche bereits aus Libyen bzw. Tunesien ausgeflogen wurden. Z.B. sind allein in Mali seit Beginn des Libyen-Kriegs &#252;ber 10.000 Fl&#252;chtlinge angekommen.</li><br />
<li>Die bisherige Abschottungspolitik an den Au&#223;engrenzen zugunsten einer humanen und freiz&#252;gigen Asyl- und Einwanderungspolitik aufzugeben, die im Einklang mit den Rechten von Fl&#252;chtlingen und MigrantInnen steht.</li><br />
<li>Die demokratischen Aufbr&#252;che in Nordafrika ernsthaft zu unterst&#252;tzen und sie als eine Chance zu einer ver&#228;nderten Nachbarschaftspolitik zu begreifen.</li></p>

	<p>Unterzeichner (Stand 31. Mai 2011):<br />
<i>Pro Asyl, medico international, Borderline Europe, Afrique-Europe-Interact, Welcome to Europe</i></p>

	<p><b><a href='http://www.kmii-koeln.de/XE3system/uploads/2001_06_18 flyer choucha.pdf'>FLYER</a></b></p>

	<p><a href='http://www.kmii-koeln.de/XE3system/uploads/2011_06_18 01g.jpg'><img src='http://www.kmii-koeln.de/XE3system/uploads/2011_06_18 01.jpg' /></a></p>]]></description>
            <link><![CDATA[http://www.kmii-koeln.de/index.php?id=134]]></link>
        </item>
        <item>
            <title><![CDATA[Zweitausend Kilometer für Bewegungsfreiheit]]></title>
            <category><![CDATA[kmii]]></category>
            <category><![CDATA[Termine]]></category>
            <category><![CDATA[Köln]]></category>
            <description><![CDATA[<p>Eine migrationspolitische Karawane zum Weltsozialforum in Dakar</p>

	<p><b>Film und Diskussion: Freitag, 1. Juli 2011 um 19 Uhr</b><br />
Alte Feuerwache, Melchiorstr. 3, Projektraum</p>

	<p><img src='http://www.kmii-koeln.de/XE3system/uploads/2011_07_01.jpg' /><br />
<i>F&#252;r eine Welt ohne Grenzen! Frontex abschaffen!</i></p><br /><br /><p>Ende Januar startete in der malischen Hauptstadt Bamako die Karawane &#8222; F&#252;r Bewegungsfreiheit und gerechte Entwicklung&#8220;. Etwa 200 afrikanische und europ&#228;ische AktivistInnen des Netzwerkes &#8222;Afrique-Europe-Interact&#8220; reisten gemeinsam ins senegalesische Dakar zum Weltsozialforum.<br />
Das B&#252;ndnis besteht aus antirassistischen Initiativen, Fl&#252;chtlingsorganisationen und Einzelpersonen aus verschiedenen L&#228;ndern Westafrikas und Europas. Seit seiner Gr&#252;ndung 2010 stellte es eine regelm&#228;&#223;ige Vernetzung zwischen Nord und S&#252;d her. Das bis jetzt gr&#246;&#223;te Projekt war die dreiw&#246;chige Karawane f&#252;r Bewegungsfreiheit und gerechte Entwicklung von Bamako/Mali <br />
nach Dakar/Senegal und die gemeinsame Teilnahme am 11. Weltsozialforum. Das Besondere ist nicht allein diese politische Reise von ca. 200 AfrikanerInnen durch Afrika, sondern auch die Teilnahme von 50 AktivistInnen aus Europa. Es waren Fl&#252;chtlinge und MigrantInnen dabei, die das europ&#228;ische Grenz-, Lager- und Abschiebe-Regime am eigenen Leib durchlebt haben und erfolgreich dagegen k&#228;mpfen konnten. Die Aktivisten des Netzwerks &#8222;Afrique-Europe-Interact&#8220; fuhren gemeinsam mit den knapp 250 Teilnehmern der &#8222;Karawane der sozialen Bewegungen Cotonou-Dakar&#8220; in zehn Bussen nach Dakar zum Weltsozialforum.<br />
Es haben sich 500 Menschen an der &#252;ber Tausend Kilometer langen Busreise beteiligt und mit verschiedenen Aktionen ein Signal gegen das repressive Grenz- und Migrationskontrollregime gesetzt, das durch den Einfluss der EU-Staaten zunehmend in die afrikanischen L&#228;nder vorverlagert wurde.<br />
Zu gehen oder zu bleiben begreift das Netzwerk Afrique-Europe-Interact als universelles Recht und fordert es unabh&#228;ngig von der &#246;konomischen und politischen Situation von Fl&#252;chtlingen. Deshalb behandelte die Karawane drei Themenbereiche:<br />
<li>Die Rechte von Fl&#252;chtlingen und Migrantinnen, auch in Transitl&#228;ndern.</li><br />
<li>Die strukturellen Hintergr&#252;nde f&#252;r Flucht und Migration</li><br />
<li>Die Situation von afrikanischen Fl&#252;chtlingen und Migrantinnen in Europa.</li><br />
Wesentliches Ziel ist der Aufbau transnationaler Kooperationen zwischen Basisinitiativen in Afrika und Europa.</p>

	<p><b>Adjovi Boconvi</b> und <b>Rudi Schneider</b> vom Transnationalen Aktionsb&#252;ndnis nahmen als AktivistInnen an der Karawane teil. Sie werden &#252;ber ihre Erlebnisse und dort gemachten Erfahrungen berichten und einen Videofilm zeigen.</p>

	<p><a href='http://www.kmii-koeln.de/XE3system/uploads/2011_07_01 flyer.pdf'>flyer</a></p>]]></description>
            <link><![CDATA[http://www.kmii-koeln.de/index.php?id=133]]></link>
        </item>
        <item>
            <title><![CDATA[Köln – 07.05.2011 – Aufstehen – hinsehen – dazwischen gehen]]></title>
            <category><![CDATA[kmii]]></category>
            <category><![CDATA[Termine]]></category>
            <category><![CDATA[Köln]]></category>
            <category><![CDATA[Aktionen]]></category>
            <description><![CDATA[<p><b>linksrheinisch:  10h Bahnhofvorplatz Hbf<br />
rechtsrheinisch: 10h Siegburgerstr./Ecke Arminiusstr</b></p>

	<p><img src="http://www.kmii-koeln.de/XE3system/uploads/11_05_07.jpg" /></p>

	<p><b>Rassisten- Aufmarsch von Pro K&#246;ln/NRW stoppen!</b></p><br /><br /><p>Am Samstag, den 7. Mai 2011 plant die extrem rechte Organisation pro K&#246;ln/pro NRW einen weiteren Gro&#223;auftritt in K&#246;ln. Diesmal soll es eine Demonstration von Deutz in die Innenstadt werden. Gemeinsam mit rechtspopulistischen Parteien aus ganz Europa wollen sie mit einem &#8222;Marsch f&#252;r die Freiheit&#8220; gegen &#8222;Denkverbote&#8220; und die angebliche &#8222;Islamisierung&#8220; Deutschlands protestieren. Wir werden wieder daf&#252;r sorgen, dass die Ablehnung von rassistischer Hetze, Rechtspopulismus und Nazi-Ideologie in ihrer ganzen Breite sichtbar wird.</p>

	<p>link: <b><a href="http://www.dazwischengehen.mobi/">www.dazwischengehen.mobi</a></b></p>]]></description>
            <link><![CDATA[http://www.kmii-koeln.de/index.php?id=132]]></link>
        </item>
        <item>
            <title><![CDATA[Ende des Wintererlasses – massenweise Abschiebungen von Roma]]></title>
            <category><![CDATA[überregional]]></category>
            <category><![CDATA[kmii]]></category>
            <category><![CDATA[Termine]]></category>
            <category><![CDATA[Aktionen]]></category>
            <description><![CDATA[<p><img src='http://www.kmii-koeln.de/XE3system/uploads/flughafen-protest.jpg' /></p>

	<p><b>Protest Di 12. April 2011 &#8211; kommt zum Flughafen D&#252;sseldorf<br />
10h &#8211;  Abflughalle B<br />
bringt Transparente, Flyer und L&#228;rm!</p>

	<p>Abschiebecharter am</b><br />
Di 5.12. nach Belgrad, Serbien<br />
<b>Di 12.4. nach Pristina, Kosovo</b></p>

	<p>Betroffen sind jeweils zwischen 100 und 150 Personen, vor allem Roma aus NRW.</p><br /><br /><p>Bis zum 31. M&#228;rz galt der Wintererlass des NRW-Innenministeriums. Ein zeitlich befristeter Abschiebestopp f&#252;r Roma und andere Minderheiten.<br />
Als Begr&#252;ndung galt die &#8222;versch&#228;rften wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen in der Winterzeit&#8220;.</p>

	<p>Mit dem Erscheinen der ersten Fr&#252;hlingsknospen werden diese Bedenken nun weggewischt:<br />
Es wird wieder abgeschoben &#8211; und zwar massiv, keine f&#252;nf Tage nach Ende des Erlasses, nach Serbien, Kosovo und Mazedonien.<br />
Menschen, die teilweise seit Jahren in Deutschland leben, Kinder, die hier geboren wurden, sollen in eine ungewisse Zukunft, ins Elend abgeschoben werden.</p>

	<p>Deutschland steht in besonderer Verantwortung gegen&#252;ber den Roma. &#220;ber 500.000 Roma und Sinti wurden w&#228;hrend der Nazi-Herrschaft ermordet.<br />
Der Krieg gegen Jugoslawien, den Deutschland durch seine Politik ma&#223;geblich vorangetrieben hat, f&#252;hrte zu massenhafter Flucht von ethnischen Minderheiten aus dem Kosovo.<br />
Dar&#252;ber hinaus ist jede Abschiebung Ausdruck einer rassistischen und kapitalistischen Logik, die den Wert eines Menschen an seiner Staatsangeh&#246;rigkeit fest macht.</p>

	<p>Wir sagen nein zu Abschiebungen und fordern Solidarit&#228;t mit den Betroffenen. Alle Menschen sollen leben und sich frei bewegen k&#246;nnen, dort wo es ihnen gef&#228;llt!<br />
Das ganze Bleiberecht f&#252;r alle! &#8211; Wer bleiben will soll bleiben!</p>

	<p><b>Ein Urteil des BverfG best&#228;tigt, dass Demonstrationen in Flugh&#228;fen rechtm&#228;&#223;ig sind.<br />
Lasst uns dieses auch durchsetzen!</p>

	<p>Kommt zum Flughafen D&#252;sseldorf, 10h, Abflughalle B .</b></p>

	<p>Mit L&#228;rm, Transparenten und Flyern wollen wir im Flughafen auf die zeitgleich am Gate F stattfindende Abschiebung aufmerksam machen.</p>

	<p><b>Kein Mensch ist illegal!<br />
Sand ins Getriebe der Abschiebemaschinerie!</p>

	<p><a href="http://www.alle-bleiben.info/info-news.htm">www.alle-bleiben.info</a></b></p>]]></description>
            <link><![CDATA[http://www.kmii-koeln.de/index.php?id=131]]></link>
        </item>
        <item>
            <title><![CDATA[Solidarität mit den Freiheitsbewegungen in den arabischen Ländern!]]></title>
            <category><![CDATA[kmii]]></category>
            <category><![CDATA[Termine]]></category>
            <category><![CDATA[Köln]]></category>
            <category><![CDATA[Aktionen]]></category>
            <description><![CDATA[<p><b>Keine Demokratie ohne globale Bewegungsfreiheit!</p>

	<p>Zentrale Kundgebung<br />
am Samstag, 2.April 2011 ab 13 Uhr</b><br />
Rudolfplatz K&#246;ln<br />
<i>Politik &#8211; Performance &#8211; Live-Musik</i></p>

	<p><img src='http://www.kmii-koeln.de/XE3system/uploads/2011_04_02_01.jpg' /><br />
Gut 200 Menschen kamen am Samstag bei strahlendem Sommerwetter zur Kundgebung von &#8222;kein mensch ist illegal&#8220;.</p><br /><br /><p><img src='http://www.kmii-koeln.de/XE3system/uploads/2011_04_02_02.jpg' /></p>

	<p><img src='http://www.kmii-koeln.de/XE3system/uploads/2011_04_02_03.jpg' /></p>

	<p>Die sich dramatisch ver&#228;ndernde politische Lage und die Not von Hunderttausenden in Nordafrika drohen durch die japanische Natur- und Atom-Katastrophe in der &#246;ffentlichen Wahrnehmung in Europa in den Hintergrund zu treten. Eine damit verbundene Gefahr ist, dass sich alte Machtstrukturen wieder verfestigen und die Bewegungen der betroffenen und f&#252;r ihre Freiheit und soziale Gerechtigkeit k&#228;mpfenden Bev&#246;lkerung zunehmend isoliert und geschw&#228;cht werden. Das nutzt den alten Regimes, das nutzt den westlichen Exporteuren von Waffen, Sicherheits- und Atomtechnologie ihre Gesch&#228;fte weiter zu betreiben, das nutzt den europ&#228;ischen Regierungen bei ihrer Abschottungspolitik gegen Migration aus dem afrikanischen Kontinent!</p>

	<p>An dieser Dynamik und Strategie d&#252;rfen wir uns nicht beteiligen &#8211; bei aller Betroffenheit, Trauer und Wut anl&#228;sslich der Ereignisse in Japan und bei aller Emp&#246;rung &#252;ber die bisherige Atompolitik.</p>

	<p><b>Wir rufen dazu auf &#246;ffentlich Solidarit&#228;t zu zeigen! Wir richten einen dringenden Appell an die deutsche und alle anderen europ&#228;ischen Regierungen. Diese d&#252;rfen sich nicht aus ihrer Verantwortung stehlen: Ihrer Mitverantwortung f&#252;r die Unterdr&#252;ckung der Menschen durch Diktatoren, ihrer Mitverantwortung f&#252;r die wirtschaftliche Ausbeutung, ihrer Mitverantwortung f&#252;r das Leben, das Leid und den Tod von Menschen, die nichts anderes einfordern als was uns ein selbstverst&#228;ndliches Menschenrecht erscheint: Ihre Freiheit, die auch ihre Bewegungsfreiheit einschlie&#223;t!</p>

	<p><li>Fluchtwege &#246;ffnen! Aufnahme von Fl&#252;chtlingen und ArbeitsmigrantInnen!</li><br />
<br />
<li>K&#252;ndigung aller Abkommen mit den Diktaturen!</li><br />
<br />
<li>Freiheit statt Frontex! Macht aus Frontex Cap Anamur!</li><br />
<br />
<li>Tahrir! Befreiung!</li></p>

	<p><br />
<br />
<a href='http://www.kmii-koeln.de/XE3system/uploads/Flugblatt 02_04_2011.pdf'>Flugblatt</a></p>

	<p><u>Reden / Beitr&#228;ge:</u></b></p>

	<p>Wir sind heute hier, weil wir begeistert sind, begeistert vom Mut der Menschen in den arabischen L&#228;ndern, die in nur drei Monaten kaum einen Stein der Mauern, die sie bedr&#252;cken, auf dem anderen gelassen haben. Ja, es ist erst drei Monate her, dass Mohamed Bouazizi gestorben ist, der junge Gem&#252;seh&#228;ndler, der vor vier Tagen 27 Jahre alt geworden w&#228;re. Sein Selbstmord aus Verzweiflung &#252;ber die grenzenlose Ungerechtigkeit war das Fanal, das den Volksaustand in Tunesien ausl&#246;ste. Die Menschen in Tunesien und &#196;gypten haben ihre Diktatoren vertrieben und damit scheinbar unm&#246;gliches einfach getan. Sie haben sich als gemeinsam handelnde Menschen neu entdeckt.<br />
Wir sind heute hier, weil wir besorgt sind, besorgt &#252;ber die Zukunft der Menschen in vielen L&#228;ndern, in denen der Kampf f&#252;r Brot, Gerechtigkeit, W&#252;rde und Freiheit noch nicht so weit entschieden ist &#8211; oder noch ganz am Anfang steht: in Jemen, in Libyen, in Syrien, in Bahrain und Saudi-Arabien, in Algerien und Marokko, in Irak und Jordanien, in den pal&#228;stinensischen autonomen Gebieten &#8211; und im Iran. Besorgt sind wir auch &#252;ber das Schicksal hunderttausender Fl&#252;chtlinge aus aller Welt, die nicht mit milit&#228;rischen Mitteln aus dem Krieg in Libyen gerettet wurden, sondern in Lagern der Nachbarl&#228;nder gestrandet sind oder sich auf den Weg in eine bessere Zukunft in einem anderen Teil der Welt begeben haben.<br />
Wir sind heute hier, weil wir w&#252;tend sind, w&#252;tend &#252;ber die Heuchelei unserer europ&#228;ischen Regierungen, die nichts anders tun, als so weiter zu machen wie bisher. Die diskutieren, ob sie gegen den Diktator in Libyen Uranmunition einsetzen oder die Aufst&#228;ndischen bewaffnen sollen, aber das n&#228;chstliegende nicht tun: den Fl&#252;chtlingen und denen, die eine Zukunft suchen, Wege nach Europa zu &#246;ffnen. Die jahrzehntelang die Diktaturen aufger&#252;stet haben, die L&#228;nder des Nahen Ostens ausgebeutet haben. Und die jetzt sagen: &#8222;Toll, unsere Werte, Gl&#252;ckwunsch! Aber Vertr&#228;ge sind einzuhalten. Haltet uns die Armen vom Hals! Dann k&#246;nnt ihr mit Almosen rechnen.&#8220;<br />
Wir sind hier, weil wir uns ermutigen wollen. Ermutigen zu Solidarit&#228;t mit den Menschen, die selber so mutig sind. Dieser Mut ist etwas, das wir lernen sollten: ungerechte Verh&#228;ltnisse und unertr&#228;gliche Zumutungen nicht zu ertragen, dagegen aufzustehen. Zu entdecken, dass es geht, dass die Macht derer, die diese Welt f&#252;r alternativlos erkl&#228;ren, nur auf unserer Geduld beruht, auf unserem Mangel an Vorstellungskraft. In ganz anderer Weise und im Kleinen haben die Folgen einer Naturkatastrophe 9.000 km von hier, in Japan, uns gezeigt, dass es auch hier geht. Die lange angestaute Wut dar&#252;ber, dass unsere Konzerne und Regierungen uns in Lebensgefahr bringen, hat angesichts der Katastrophe von Fukushima zu einem Aufschrei auch hier gef&#252;hrt und zehntausende Menschen auf die Stra&#223;e.<br />
Denn darum geht es: zu erkennen, dass wir in einer Welt leben. Dass die Waffensysteme, deren Produktion und Verkauf an Diktaturen heute die Arbeitspl&#228;tze hier sichern, morgen gegen Menschen eingesetzt werden, denen wir uns schon heute eigentlich verbunden f&#252;hlen m&#252;ssten. Dass die Zumutung einer absolut ungerechten Weltwirtschaftsordnung, die f&#252;r den kurzfristigen Profit Hunger, Leiden und Tod Millionen anderer Menschen in Kauf nimmt, auch uns am Ende nur schadet. Und dass die Menschen, die hier eine bessere Zukunft suchen, Botschafter dieser kommenden Welt sind, die wir mit offenen Armen empfangen sollten, denn sie haben sich schon auf den Weg gemacht. Wir werden es auch!</p>

	<p><i>Jan Henkel, K&#246;lner Netzwerk kein mensch ist illegal</i><br />
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<b>RAYES LE BLED</b><br />
<i>&#8222;Was hast du auf dem Herzen? Komm, sag es mir! Willst du mir ewas sagen?&#8220;</i><br />
. . . . . . (Tunesiens Ex-Pr&#228;sident Ben-Ali beim beim Besuch einer Grundschule 2010 zu einem Sch&#252;ler)</p>

	<p>Pr&#228;sident des Landes, heute spreche ich zu dir<br />
in meinem Namen und f&#252;r das ganze Volk, das leidend lebt:<br />
im Jahre 2011 sterben Menschen an Hunger.<br />
Sie wollen f&#252;r ihr Auskommen arbeiten, aber ihre Stimme wird nicht geh&#246;rt.<br />
Geh auf die Stra&#223;e und schau dich um: Menschen werden wie Tiere behandelt.<br />
Sieh die Bullen mit den Schlagst&#246;cken &#8211; tack-a-tack &#8211; straflos,<br />
weil es niemanden gibt, der &#8222;Nein&#8220; sagen kann.<br />
Selbst das Recht und die Verfassung, sie scheren sich nicht darum!<br />
Jeden Tag h&#246;re ich von einem Fall, v&#246;llig konstruiert, denn die Macht wei&#223; ja,<br />
dass er ein ehrbarer B&#252;rger ist.<br />
Ich sehe die Bullen auf verschleierte Frauen einschlagen.<br />
W&#252;rdest du zulassen, dass sie dasselbe mit deiner Tochter tun?<br />
Was ich sagte ist ungl&#252;cklich, weil du ein Vater bist und nicht wollen wirst, <br />
dass deinen Kindern irgendein Leid geschieht.<br />
Dann sag dir selbst, dass diese Botschaft von einem deiner Kinder kommt:<br />
Wir leben leidend, wie Hunde. <br />
Die H&#228;lfte des Volkes lebt erniedrigt und hat die Armut geschmeckt.</p>

	<p>Pr&#228;sident des Landes, dein Volk ist tot<br />
Menschen essen aus dem M&#252;ll<br />
Sieh, was in deinem Land passiert<br />
die Unruhe ist &#252;berall<br />
Leute haben keinen Platz zum Schlafen<br />
Heute spreche ich furchtlos im Namen des Volkes<br />
Erdr&#252;ckt vom Gewicht der Ungerechtigkeit.</p>

	<p>Pr&#228;sident des Landes, du sagst uns: &#8222;Sprich ohne Furcht!&#8220;<br />
Ich habe gesprochen, aber ich wei&#223;, was ich zu erwarten habe: Schl&#228;ge!<br />
Ich sehe eine Menge Ungerechtigkeit.<br />
Darum habe ich mich entschlossen, zu sprechen,<br />
auch, wenn viele mich gewarnt haben.<br />
Wie lange noch werden die Tunesier nur in ihren Tr&#228;umen leben k&#246;nnen?<br />
Wo ist die Redefreiheit? Ich habe nur das Wort gesehen!<br />
Du nennst Tunesien &#8222;die Gr&#252;ne&#8220;, aber schau dich um, Pr&#228;sident:<br />
Tunesien ist eine W&#252;ste geworden, in zwei Bl&#246;cke zerschnitten.<br />
Sie stehlen vor aller Augen, man muss sie nicht benennen, du wei&#223;t, wer diese Leute sind!<br />
Viel Geld sollte in Projekte, Einrichtungen gehen, Schulen, Krankenh&#228;user, Wohnungen,<br />
aber die Hundes&#246;hne schlagen sich die B&#228;uche voll mit dem Geld des Volkes.<br />
Sie stehlen, sie pl&#252;ndern, sie bedienen sich, selbst ein Stuhl entkommt ihnen nicht.<br />
Das Volk hatte viel zu sagen, aber seine Stimme wurde nicht geh&#246;rt.<br />
Wenn es diese Ungerechtigkeit nicht g&#228;be, m&#252;sste ich nicht sprechen.</p>

	<p>Pr&#228;sident des Landes, dein Volk ist tot<br />
Menschen essen aus dem M&#252;ll<br />
Sieh, was in deinem Land passiert<br />
die Unruhe ist &#252;berall<br />
Leute haben keinen Platz zum Schlafen<br />
Heute spreche ich furchtlos im Namen des Volkes<br />
Erdr&#252;ckt vom Gewicht der Ungerechtigkeit.</p>

	<p><i>EL G&#201;N&#201;RAL (Hamada Ben Aoun)</i> (eigene &#220;bersetzung aus der franz&#246;s. &#220;bersetzung)<br />
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Im Monat Feberuar 2011 habe ich Marokko besucht. Es war eine gro&#223;artige Gelegenheit,weil ich am 20. Feberuar die Demonstration in Rabat erlebt habe. Die Demonstration, die in fast allen marokkanischen St&#228;dten war. Die Demonstranten forderten eine neue Verfassung, Demokratie und W&#252;rde sowie den R&#252;cktritt der Regierung und die Aufl&#246;sung des Parlaments, das nichts mit dem Willen des Volkes zu tun hat.</p>

	<p>Das Volk hat seit langen Jahren von 1965 bis zum 20. M&#228;rz 2011 gek&#228;mpft und einen hohen Preis daf&#252;r bezahlt und es k&#228;mpft weiter f&#252;r legitme und legale Forderungen, genau wie das tunesische und &#228;gyptische Volk. Und der Marsch des Kampfes geht weiter, bis das marokkanische Volk sein Ziel erreichen wird. </p>

	<p><i>Mahdi Alaoui (Menschenrechtsaktivist in K&#246;ln, siehe Foto)</i><br />
<img src='http://www.kmii-koeln.de/XE3system/uploads/2011_04_02_RB.jpg' /><br />
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Liebe Freundinnen und Freunde,<br />
was wir anl&#228;sslich der Fluchtbewegungen in den letzten Monaten zum Thema Fl&#252;chtlingsschutz erleben, ist der bisherige H&#246;hepunkt einer v&#246;llig verfehlten EU-Fl&#252;chtlingspolitik.<br />
Was wir schonungslos erleben m&#252;ssen, ist die Schamlosigkeit und die Doppelmoral europ&#228;ischer und deutscher Politiker. Eben noch haben sie die Diktaturen in Nordafrika hofiert, mit ihnen Abkommen zur Fl&#252;chtlingsabwehr geschlossen und sie mit jede Menge Geld, Krediten und Waffen ausgestattet. Und nun werden die Volksaufst&#228;nde und der Freiheitswille der arabischen V&#246;lker begeistert beklatscht.<br />
Man fragt sich, wie sich ein Mensch &#8211; und sei es auch ein Politiker &#8211; innerhalb k&#252;rzester Zeit derart verdrehen kann.<br />
Was wir aber auch erleben m&#252;ssen, sind weiterhin massive Verst&#246;&#223;e gegen die Genfer Fl&#252;chtlingskonvention und eine oftmals zynisch gef&#252;hrte &#246;ffentliche Debatte, die ganz offensichtlich be&#228;ngstigen soll und nur einen Begriff kennt: Lampedusa.<br />
Vor dieser italienischen Insel soll man sich f&#252;rchten. Der Anblick der Medusa lie&#223; jeden zu Stein erstarren, hei&#223;t es in der griechischen Mythologie. Die Situation auf Lempedusa soll uns klarmachen: Vorsicht, das Boot ist voll. Es kommen immer mehr und unser kleines Europa vertr&#228;gt das nicht.<br />
Mehr als 380.000 Menschen sind seit Mitte Februar aus Libyen in die Nachbarl&#228;nder Tunesien und &#196;gypten geflohen. Darunter befinden sich auch tausende Arbeitsmigranten aus Asien und dem subsaharischen Afrika. Weitere Zehntausend sind nach Algerien, Niger und in den Tschad geflohen. Die genauen Zahlen kennt niemand.<br />
Besonders prek&#228;r ist die Lage der in Libyen lebenden Fl&#252;chtlinge, die das Land als Transitland f&#252;r die Weiterreise nach Europa nutzen wollten, darunter viele aus den Krisenl&#228;ndern Eritrea, &#196;thiopien, Somalia und dem Sudan. Sie stecken dort fest, z.T. in Fl&#252;chtlingslagern oder <del>immer noch</del> in geheimen Haft- und Abschiebezentren.<br />
Es ist unertr&#228;glich, dass die Lage und der Schutz dieser Fl&#252;chtlinge auch in der &#214;ffentlichkeit in diesen Tagen v&#246;llig untergeht. Ganz zu schweigen von den 500.000 B&#252;rgerkriegsfl&#252;chtlingen aus der Elfenbeink&#252;ste. Aber das nur nebenbei.<br />
Stattdessen wird von der Politik wieder eine Drohkulisse von massenhaften Fl&#252;chtlingsstr&#246;men nach Europa, von illegalen Einreisen und kriminellen Ausl&#228;ndern aufgebaut. Die Realit&#228;t indes sieht anders aus: Seit dem Sturz des tunesischen Pr&#228;sidenten Ben Ali haben gerade mal rd. 18.000 Fl&#252;chtlinge die italienische Insel Lampedusa erreicht. Zum Vergleich: Tunesien hat fast 170.000 B&#252;rgerkriegsfl&#252;chtlinge aufgenommen, also fast 10 Mal so viel wie Italien. Die Relationen werden vollkommen verzerrt dargestellt. Wer weiss auch schon, dass noch nicht einmal 1% aller Fl&#252;chtlinge weltweit es schafft, in die EU einzureisen und einen Asylantrag zu stellen. Das Boot ist voll? Jedenfalls nicht in Europa! Nicht in Deutschland. Und auch nicht in Italien. Die italienische Regierung verh&#228;lt sich heuchlerisch: sie schreit einerseits um Hilfe, w&#228;hrend sie andererseits alles unterlassen hat, den Fl&#252;chtlingen eine menschenw&#252;rdige Unterbringung und Versorgung vorzuhalten, <br />
ihnen den Zugang zum Asylverfahren zu erm&#246;glichen, sie z&#252;gig auf das italienische Festland zu bringen und dort zu verteilen. Das Asylsystem in Italien zeigt sich dabei von der schlimmsten Sorte. Von gemeinsamen Standards f&#252;r die Aufnahme von Fl&#252;chtlingen kann in der EU &#8211; trotz bestehender Richtlinie &#8211; keine Rede sein!</p>

	<p>Liebe Freundinnen und Freunde,<br />
die Genfer Fl&#252;chtlingskonvention ist das Herzst&#252;ck des internationalen und des europ&#228;ischen Fl&#252;chtlingsschutzes. Art. 33 dieser Konvention enth&#228;lt den zentralen Grundsatz, n&#228;mlich dass Menschen nicht in L&#228;nder zur&#252;ckgewiesen werden d&#252;rfen, in denen ihr Leben oder ihre Freiheit bedroht sind. Dieses Zur&#252;ckweisungsverbot setzt allerdings voraus, dass im Rahmen eines Pr&#252;fverfahrens festgestellt wird, ob jemand verfolgt wird oder nicht. Und das, liebe Freundinnen und Freunde, ist das eigentliche Problem: n&#228;mlich die mangelnde Zugangsm&#246;glichkeit von Fl&#252;chtlingen zum Asylverfahren.<br />
Wir m&#252;ssen feststellen, dass in der EU gegen das Zur&#252;ckweisungsverbot, vor allem im Mittelmeerraum und insbesondere in s&#252;d- und s&#252;dosteurop&#228;ischen L&#228;ndern, in eklatanter Weise versto&#223;en wird &#8211; und nicht nur heute. Ja, wir m&#252;ssen sogar feststellen, dass die systematische Nicht-Beachtung der Schutzvorschriften der Genfer Fl&#252;chtlingskonvention ein wesentlicher Teil der Fl&#252;chtlingspolitik der Europ&#228;ischen Union darstellt.<br />
So geh&#246;rt zu den Hauptaufgaben der sog. Grenzschutzagentur Frontex, vor allem im Mittelmeer daf&#252;r zu sorgen, dass Fl&#252;chtlinge das europ&#228;ische Territorium nicht erreichen. Die EU hat erst k&#252;rzlich weitere, zus&#228;tzliche Mittel bereitgestellt, um das Mittelmeer zwischen Lampedusa und Nordafrika zu &#252;berwachen.<br />
&#8222;Grenzschutzagentur&#8220; klingt dabei verharmlosend, ein wenig so wie Presseagentur, Arbeitsagentur, Reiseb&#252;ro. In Wahrheit ist Frontex eine mit hoher Sicherheitstechnik ausgestattete paramilit&#228;rische Eingreiftruppe der EU, die Fl&#252;chtlingsboote an der Weiterfahrt hindern. Dies geschieht oft in Kooperation mit Marinestreit- und Grenzsicherungskr&#228;ften anderer EU- oder sogar nordafrikanischer L&#228;nder und oft auch mit brachialen Mitteln &#8211; und t&#246;dlichen Folgen.<br />
Nach Ansicht von UNHCR ist das Mittelmeer zu einem &#8222;Grab f&#252;r Migranten&#8220; geworden. In den letzten zehn Jahren starben alleine in italienischen und maltesischen Gew&#228;ssern- so wird gesch&#228;tzt &#8211; mindestens 10.000 Menschen. Eine EU-Fl&#252;chtlingspolitik, die auf humanit&#228;ren Grunds&#228;tzen ausgerichtet w&#228;re, h&#228;tte dieses Massensterben verhindern k&#246;nnen. <br />
Frontex, diese menschenrechtspolitisch extrem prek&#228;re Organisation ist den EUMitgliedsstaaten gegen&#252;ber nicht einmal informationspflichtig und entzieht sich somit direkter parlamentarischer Kontrolle. Die Aktivit&#228;ten von Frontex, stehen in krassem Gegensatz zu den Vorschriften der Genfer Fl&#252;chtlingskonvention und der Europ&#228;ischen Menschenrechtskonvention. Diese beiden Regelwerke gelten auch auf hoher See. Es ist europ&#228;ischen Grenzbeamten verboten, potentiell Schutzbed&#252;rftige auf See zur&#252;ckzuweisen, an der Weiterfahrt zu hindern oder in nicht zur EU geh&#246;rige L&#228;nder zur&#252;ckzuschleppen. Die Fl&#252;chtlinge haben stattdessen einen Rechtsanspruch, in den n&#228;chsten sicheren Hafen auf europ&#228;isches Territorium gebracht zu werden, um dort einen Asylantrag zu stellen und menschenw&#252;rdig untergebracht und versorgt zu werden.</p>

	<p>Liebe Freundinnen und Freunde,<br />
die europ&#228;ische Fl&#252;chtlingspolitik hat wieder einmal versagt. Ihr Konzept &#8211; sofern man von einem Konzept sprechen kann &#8211; beinhaltet weiterhin die Abschottung Europas und Strategien, den Fl&#252;chtlingsschutz in andere Teile der Welt auszulagern.<br />
Dennoch, sie hat sich zu entscheiden, ob die internationalen Verpflichtungen f&#252;r den effektiven Schutz von Fl&#252;chtlingen konsequent beachtet und angewendet werden, insbesondere in Krisensituationen. Bei dieser Entscheidung m&#252;ssen wir alle mithelfen. Das kann die EU nicht ohne uns.<br />
Aus unserer Sicht sind in der aktuell und kurzfristig vor allem folgende Ma&#223;nahmen zu treffen:<br />
1. Die in Libyen gestrandeten Transitfl&#252;chtlinge und Migranten, die aus den Krisenl&#228;ndern Afrikas und Asiens stammen, m&#252;ssen gerettet, evakuiert und in die europ&#228;ischen L&#228;nder verteilt werden.<br />
2. Die EU muss sicherstellen, dass Bootsfl&#252;chtlinge nicht zur&#252;ckgewiesen oder abgedr&#228;ngt werden. Vielmehr sind diese Fl&#252;chtlinge nach Europa zu bringen, um sie dort menschenw&#252;rdig aufzunehmen und ihnen den Zugang zu einem rechtsstaatlichen Asylverfahren zu erm&#246;glichen. Das, liebe Freundinnen und Freunde, das k&#246;nnte und das sollte die eigentliche Aufgabe von Frontex sein!<br />
3. Fl&#252;chtlinge aus Libyen und anderen nordafrikanischen Staaten m&#252;ssen aufgenommen und auf die europ&#228;ischen Staaten verteilt werden. Europa verf&#252;gt &#252;ber eine gemeinsame Richtlinie zum vor&#252;bergehenden Schutz von Fl&#252;chtlingen. Diese Richtlinie, die ansonsten vor sich her d&#252;mpelt, muss jetzt umgesetzt werden! <br />
4. Den nordafrikanischen Nachbarstaaten, v.a. Tunesien und &#196;gypten, ist Unterst&#252;tzung bei den Hilfen f&#252;r Fl&#252;chtlinge aus Libyen zu gew&#228;hren. <br />
5. Die EU muss zus&#228;tzlich zu den bestehenden Schutzverpflichtungen ein j&#228;hrliches Aufnahmeprogramm f&#252;r Fl&#252;chtlinge aus Erstzufluchtsl&#228;ndern beschlie&#223;en und sich damit am Resettlement-Programm von UNHCR beteiligen. Die Bundesregierung muss ihre Blockadehaltung dazu endlich aufgeben und im Zweifel ein eigenes Fl&#252;chtlingsaufnahmeprogramm auflegen.<br />
6. Die europ&#228;ische und auch die deutsche Au&#223;en- und Wirtschaftspolitik bedarf einer grundlegenden Revision, um Glaubw&#252;rdigkeit in Sachen Menschenrechte wiederzugewinnen. Mit Folterstaaten darf nicht mehr paktiert werden. Auch d&#252;rfen Kooperationen nicht mit Ma&#223;nahmen zur Fl&#252;chtlingsabwehr verkn&#252;pft werden. Vielmehr sollte die Beachtung der Menschenrechte das zentrale Kriterium werden, wonach sich politisches und wirtschaftliches Handeln zu orientieren hat. </p>

	<p>Ohne uns wird sich kaum etwas &#228;ndern. Vor Br&#252;ssel, Berlin oder auch Lampedusa m&#252;ssen wir aber keine Angst haben. Als Perseus die Medusa enthauptet hatte, entsprang ihrem K&#246;rper das gefl&#252;gelte Pferd Pegasos. Und Pegasos gilt als Quelle aller Weisheit. Gebrauchen wir also unsere Fl&#252;gel und bringen wir die Weisheit &#252;berall dahin, wo sie dringend hin sollte.</p>

	<p><i>Claus-Ulrich Pr&#246;l&#223;, K&#246;lner Fl&#252;chtlingsrat e.V.</i><br />
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Ich spreche f&#252;r die Kampagne Antifa Teheran, ein B&#252;ndnis europ&#228;ischer und iranischer Antifaschist_innen. Seit fast zwei Jahren unterst&#252;tzen wir die iranische Freiheitsbewegung hier in der BRD. Ein wichtiger Fokus unserer Kampagne war und ist das deutsche Kapital und seine Gesch&#228;fte mit dem faschistischen iranischen Regime. Dazu m&#246;chte ich heute reden.<br />
Doch vorab ein paar Updates zur aktuellen Lage.<br />
Letzte Woche ist nach iranischer Zeitrechnung das Jahr 1389 vorbei gegangen. Die Neujahrsfeierlichkeiten wurden mit einem Protesttag  an &#8222;chah&#226;rshanbeh-suri&#8220; begonnen. Tausende begingen dieses vorislamische Feuerfest mit regimefeindlichen Parolen wie &#8222;Nieder mit Khameneh&#8220; &#8222;Nicht Gaza, nicht Libanon, wir k&#228;mpfen f&#252;r Iran&#8220;  oder &#8222;Nieder mit der Herrschaft des Klerus&#8220;. In den Wochen zuvor waren bereits der internationale Frauentag am 8 M&#228;rz sowie der Trauertag f&#252;r einen ermordeten Demonstranten am 1. M&#228;rz als Protesttage genutzt worden. <br />
Als n&#228;chstes ist heute zu einem Protesttag aufgerufen worden. Heute enden mit &#8222;sizdeh bedar&#8220; die zweiw&#246;chigen Neujahrsfeiern. Als Tag, an dem traditioneller Weise alle raus gehen zu einem gro&#223;en Picknick, soll dieser f&#252;r &#246;ffentlichen Protest genutzt werden. <br />
Knapp zwei Jahre nach der Wahlf&#228;lschung und den diesbez&#252;glichen Protesten geht also so einiges &#8211; die Protestbewegung ist nicht tot. Vielmehr hat sie, mit ihren Formen und Mitteln die Aufstandsbewegungen in den arabischen L&#228;nder inspiriert und l&#228;sst sich nun von diesen Aufst&#228;nden wieder inspirieren.<br />
Allerdings ist das Herrschaftssystem im Iran um einiges komplizierter und auch stabiler als die skler&#246;sen Diktaturen in ihrer Nachbarschaft. Diese krude Mischung aus Staatssozialismus, Islamismus, Faschismus, Republik und Diktatur wird nur mit viel Arbeit zu knacken sein. Dabei braucht die iranische Opposition unsere Unterst&#252;tzung. Nicht nur durch Solidarit&#228;tsaktionen, sondern durch aktive Unterst&#252;tzung der tausenden iranischer Fl&#252;chtlinge, die sich &#252;ber die Berge in die T&#252;rkei gerettet haben und dort verzweifelt auf ein Asylverfahren in einem westlichen Land warten. <br />
Und durch Widerstand gegen die deutsche Unterst&#252;tzung des iranischen Regimes. Denn diese ist gewaltig.</p>

	<p>Der ehemalige Vorsitzende der &#8222;Deutsch-Iranischen Industrie- und Handelskammer&#8220; Michael Tockuss, freut sich: etwa 2/3 der Industrie der Islamischen Republik Iran st&#252;tzen sich auf Maschinen und Anlagen deutschen Ursprungs&#8220;. <br />
Und es sind einige deutsche Firmen, die Gesch&#228;fte mit dem Iran treiben &#8211; rund 200 listet die extra f&#252;r das deutsche Irangesch&#228;ft zust&#228;ndige deutsch-iranische Handelskammer auf. Da Deutschland bekanntlich nicht Exportweltmeister von Sauerkraut oder W&#252;rsten ist, handelt es sich zum gr&#246;&#223;ten Teil um die so oft und gern gepriesene deutsche Spitzentechnologie, die hier exportiert wird.<br />
Einige Beispiele: <br />
Die Firma Rohde &#38; Schwarz liefert Sicherheitstechnik, das Siegener Familienunternehmen Steiner baut f&#252;r circa 100 Millionen Euro Anlagen, in denen Erdgas verfl&#252;ssigt wird. Die Aerzener Maschinenfabrik liefert Prozessgasgebl&#228;se und Schraubenverdichter, das L&#252;becker Unternehmen  Dr&#228;ger ist mit Gasmasken f&#252;r die Milizen im Gesch&#228;ft. Bei ThyssenKrupp ist der iranische Staat sogar Miteigent&#252;mer mit 4,5% der Aktienanteile; die ThyssenKrupp Tocherfirma Uhde ist im Iran im Energiebereich t&#228;tig, sie baute in Asseluyeh eine der gr&#246;&#223;ten iranischen Raffinerie-Anlagen. Siemens hat den gr&#246;&#223;ten Anteil am deutschen Irangesch&#228;ft: sie alleine bestreiten 1/10 des Exports, darunter vor Allem Gasturbinen, &#220;berwachungstechnologie und Kompressoren, manches davon l&#228;sst sich auch f&#252;r den Bau von Atombomben benutzen. <br />
Im &#220;brigen, ganz aktuell, anl&#228;sslich der schrecklichen Hinrichtungen:  Gut m&#246;glich, dass es ein deutscher Kran ist, an dem die Menschen geh&#228;ngt werden, ein Kran, wie in das Regime gerne zum Hinrichten benutzt, ein Kran der Firmen Ruthman aus Gescher, Atlas Terex aus Delmenhorst oder ZF Friedrichshafen AG. <br />
Auch Firmen aus K&#246;ln sind mit von der Partie im Iranbusiness, zwei seien exemplarisch herausgegriffen: Die Humboldt-Wedag (KHD) GmbH, ans&#228;ssig in Holweide, liefert, wartet und betreut ganze Industrieanlagen. Und die &#8222;Engine Company&#8220; Deutz AG, vor der wir mit &#8222;Antifa Teheran&#8220; im vor einem Jahr eine Kundgebung abhielten, exportiert Motoren in den Iran.<br />
Koordiniert werden diese deutschen Irangesch&#228;fte vom deutschen &#8222;Nah- und MittelOst-Verein e.V.&#8220; kurz (NUMOV). Dessen Ehrenvorsitzender ist niemand anderes als Gerhard &#8222;Genosse-der-Bosse&#8220; Schr&#246;der. Im Vorstand des Vereins finden sich des weiteren Vorst&#228;nde von ThyssenKrupp, Rheinmetall, E.ON Ruhrgas und der Deutschen Bank.</p>

	<p>Nun wird dem einen oder anderen deutschen Unternehmen gewiss nicht entgangen sein, dass im Iran nicht das M&#228;rchen von tausend und einer Nacht aufgef&#252;hrt wird, sondern Folter und Unterdr&#252;ckung der Bev&#246;lkerung auf der Tagesordnung eines islamistischen Regimes steht, das zudem Israel mit Vernichtung und der Welt mit einem Atomkrieg droht.<br />
Doch auf Gewinne zu verzichten und die Kollaboration mit der Diktatur zu beenden, kann den Damen und Herren des freien Kapitalverkehrs nicht am Herzen liegen. Appelle an die Menschlichkeit m&#252;ssen in der Welt des Kapitalismus im Orkan der Bilanzanalysen untergehen. Was im Kapitalismus z&#228;hlt, ist nicht Menschenfreundlichkeit, sondern jene ber&#252;hmte Kosten/Nutzen Bilanz, die schon Schulkindern in der Konkurrenzschlacht um die F&#246;rmchen im Sandkasten ans Herz gelegt wird. <br />
Diese Rechnung macht auch die Bundesregierung:  Solange der Nutzen des Irangesch&#228;fts in der Gesamtbilanz des internationalen Standortwettbewerbs gr&#246;&#223;er ist als der Schaden, hat die BRD kein Interesse an einer anderen Iranpolitik. Weder werden die als Hermesb&#252;rgschaften bekannten Exportversicherungen f&#252;r das Irangesch&#228;ft beendet, noch werden die Genehmigungen f&#252;r Dual-Use-G&#252;ter  &#8211; also G&#252;ter, die auch zum Bau von Atomwaffen geeignet sind &#8211; eingestellt. Nicht einmal die Exportkontrollen beim Zoll werden eingehalten. Immer wieder kommen illegale Exporte ans Tageslicht, die S&#252;ddeutsche Zeitung fand heraus, dass sogar milit&#228;rische G&#252;ter ungehindert aus Deutschland in den Iran gelangten.<br />
Wenn Wirtschaftsvertreter_innen behaupten sie w&#252;rden sogenannte &#8222;friedliche Gesch&#228;fte&#8220; t&#228;tigen, dann gilt die Frage zu stellen: mit wem?<br />
70% der iranischen Wirtschaft sind in staatlicher Hand. Die f&#252;hrende Wirtschaftsmacht im Iran ist die Unternehmensgruppe &#8222;Ghorm&#8220;, welche den paramilit&#228;rischen Revolutionsgarden &#8222;Pasdaran&#8220; geh&#246;rt und damit direkt einem Fl&#252;gel des Regimes untersteht. Bereits zu Regierungszeiten Khatamis vor ca 10 Jahren besa&#223;en sie Flugh&#228;fen, Zollstationen, Kaianlagen und kontrollierten 1/3 des Exportgesch&#228;fts. Seit der Macht&#252;bernahme Ahmadinedschads hat sich ihr Einfluss verdoppelt. Mehr als 800 Firmen von der Waffenindustrie bis in den Bausektor stehen mittlerweile unter der Verf&#252;gungsgewalt der islamistischen Paramilit&#228;rs. <br />
Unter solchen Bedingungen ist es faktisch unm&#246;glich, im Iran irgendein Gesch&#228;ft, besonders im Industriebereich, am Regime vorbei zu t&#228;tigen. Die Gesch&#228;ftspartner geh&#246;ren direkt dem Repressionsapparat an, mit jedem Vertragsabschluss wird ihre Macht verfestigt. Jede Firma, die mit dem Iran Gesch&#228;fte betreibt, macht sich mitschuldig an der Unterdr&#252;ckung der Menschen  durch das religi&#246;s-faschistische Regime. <br />
Der aktuellste Fall deutscher Kooperation mit dem iranischen Terroregime d&#252;rfte einigen bekannt sein: In Hamburg sitzt die europ&#228;isch-iranische Handelsbank &#8222;EIH&#8220;. Sie ist eine Gr&#252;ndung der iranischen Regierung und geh&#246;rt dieser zu hundert Prozent. Mit Hilfe der deutschen Bundesregierung und der Bundesbank wird &#252;ber diese Bank das &#214;lgesch&#228;ft zwischen Iran und Indien abgewickelt &#8211; das ist direkte  Hilfe zur Umgehung der Sanktionen. Eine aktive Schw&#228;chung der Diktatur sieht anders aus.<br />
So produziert die Bundesregierung viel hei&#223;e Luft zum Thema Menschenrechte, tut aber alles in allem: nichts &#8211; oder das glatte Gegenteil.<br />
Genau deswegen halten wir auch rein gar nichts von &#8222;Appellen an die Bundesregierung&#8220;.  Sie werden ungeh&#246;rt verhallen und sind verlorene Liebesm&#252;h. <br />
Vielmehr sollten wir direkt und solidarisch k&#228;mpfen: <br />
die, die hier sind, vor Abschiebung sch&#252;tzen. <br />
Die Fl&#252;chtlinge in der T&#252;rkei und Griechenland in ihre K&#228;mpfen unterst&#252;tzen: mit Geld und indem wir ihre Forderungen und ihre Situation hier &#246;ffentlich machen. <br />
Fluchthilfe organisieren und Fluchthilfenetzwerke sch&#252;tzen. <br />
Und: den revolution&#228;ren Kampf vor Ort unterst&#252;tzen, damit es gar keinen Grund mehr gibt, fliehen zu m&#252;ssen. <br />
Das hei&#223;t f&#252;r uns, die Kosten f&#252;r die Kollaboration deutscher Firmen mit der religi&#246;s-faschistischen iranischen Diktatur weiter in die H&#246;he zu treiben. <br />
Und wie geht so was? Nun ganz einfach: mit Rufmord, Denunziation und der Zerst&#246;rung des heiligen Images der Markennamen deutscher Provinienz. Und mit der unverhohlenen Androhung von Sabotage im Hinterland BRD. <br />
Deutsches Kapital, wir wissen wo Dein Autos steht! </p>

	<p>Dass wir etwas erreichen k&#246;nnen, wenn wir Druck aufbauen, zeigen die Erkl&#228;rungen von Siemens, M&#252;nchner R&#252;ck, Allianz und anderen DAX Konzernen, ihre Gesch&#228;ftst&#228;tigkeiten im Iran einzustellen. Es sind dies Reaktionen auf den massiven Druck iranischer Oppositioneller und ihrer Unterst&#252;tzer_innen. So haben deutsche Firmen in den USA bereits Auftr&#228;ge verloren oder mussten Strafen zahlen f&#252;r ihre Verwicklung mit den iranischen Islamisten. <br />
Das sind aber nur ein paar Tropfen auf den hei&#223;en Stein &#8211; zudem zeigt sich, dass Unternehmen l&#228;ngst auf die Exportroute Dubai-Teheran umsatteln. Die im Mai letzten Jahres gegr&#252;ndete &#8222;Emiratisch-Deutsche Industrie- und Handelskammer&#8220; erkl&#228;rte &#246;ffentlich, ihr Zweck sei die Beantwortung der Frage, wie die Irangesch&#228;fte k&#252;nftig &#252;ber Dubai abzuwickeln seien. Bereits jetzt gehen 20% der nach Saudi-Arabien exportierten G&#252;ter weiter an den Iran.<br />
Wir sehen: es war noch immer richtig, dem Kapital kein Wort zu glauben, wenn es einen auf Menschlichkeit macht. Wir d&#252;rfen gespannt sein, welche schmutzigen Gesch&#228;fte mit Iran via Dubai demn&#228;chst bekannt werden. <br />
Genossinnen und Genossen, Freundinnen und Freunde, liebe freiheitsliebende: das alles bedeutet: die Freiheit m&#252;ssen wir uns hier, im Iran und &#252;berall selbst erk&#228;mpfen. Wir k&#246;nnen uns auf Staaten, Regierungen und Wirtschaftsfuzzis nicht verlassen. Sie werden nichts f&#252;r uns tun. Wir m&#252;ssen es selbst tun, hier wie dort!</p>

	<p>Schluss mit allen deutschen Irangesch&#228;ften!<br />
Deutsches Kapital &#8211; raus aus dem Iran!<br />
Nieder mit der islamischen Republik &#8211; marg bar jomhuri-ye eslami!</p>

	<p><i>Rehzi (Antifa Teheran)</i><br />
<br />
 &#8211; - &#8211; - &#8211; - &#8211; - &#8211; - &#8211; - &#8211; - &#8211; - &#8211; - &#8211; - &#8211; - &#8211; - &#8211; - &#8211; - &#8211; - &#8211; - &#8211; - &#8211; - &#8211; - &#8211; - &#8211; - &#8211; - &#8211; - &#8211; - &#8211; - &#8211; <br />
<br />
Weitere Beitr&#228;ge folgen!</p>]]></description>
            <link><![CDATA[http://www.kmii-koeln.de/index.php?id=130]]></link>
        </item>
        <item>
            <title><![CDATA[Freiheit statt Frontex]]></title>
            <category><![CDATA[überregional]]></category>
            <description><![CDATA[<p><b>Keine Demokratie ohne globale Bewegungsfreiheit</b></p>

	<p>Gemeinsame Erkl&#228;rung von<br />
<i>Afrique-Europe-Interact<br />
Welcome to Europe<br />
Netzwerk Kritische Migrations- und Grenzregimeforschung</i></p><br /><br /><p>Mit den beeindruckenden Aufstandsbewegungen in der arabischen Welt und dem Sturz der Despoten in Nordafrika kommen dem vorverlagerten EU-Grenzregime die Wachhunde abhanden. Die Frage einer versch&#228;rften Migrationskontrolle durch die europ&#228;ische Grenzschutzagentur Frontex ist in Politik und Medien in diesen Tagen und Wochen ein gro&#223;es Thema. Umso dringender erscheint es uns, gegen den fortgesetzen Tod und das Leid an den Au&#223;engrenzen die berechtigte Forderung der Fl&#252;chtlinge und MigrantInnen nach Bewegungsfreiheit stark zu machen. </p>

	<p>Vor diesem Hintergrund haben sich die drei antirassistischen Netzwerke afrique-europe-interact, Welcome to Europe (w2eu) und Kritische Migrations- und Grenzregimeforschung (kritnet) auf die Ver&#246;ffentlichung einer gemeinsamen Stellungnahme mit dem plakativen Titel &#8222;Freiheit statt Frontex&#8220; verst&#228;ndigt. </p>

	<p>Die Dynamik des arabischen Fr&#252;hlings strahlt aus in die ganze Welt. Die Aufstandsbewegungen im Maghreb machen Mut und Hoffnung, nicht nur weil despotische Regime verjagt werden, die vor kurzem noch un&#252;berwindbar erschienen. So offen die weiteren Entwicklungen bleiben, im Dominoeffekt der tunesischen Jasminrevolution meldet sich in atemberaubender Schnelligkeit die alte Erkenntnis zur&#252;ck, dass Geschichte von unten gemacht wird. Die K&#228;mpfe richten sich gegen die t&#228;gliche Armut wie auch gegen die allgemeine Unterdr&#252;ckung, es geht gleicherma&#223;en um bessere Lebensbedingungen wie um W&#252;rde, kurz: um &#8222;Brot und Rosen&#8220;. </p>

	<p>Die unglaublichen Tage auf dem Tahrirplatz in Kairo stehen f&#252;r die Suche nach neuen Formen der Selbstorganisierung und Basisdemokratie. Der Wunsch nach gleichen Rechten, nach Autonomie und Teilhabe am wirtschaftlichen Reichtum, spiegelt sich aber auch in den Booten Richtung Europa wieder: jetzt aus Tunesien, seit Jahren aus Nord- und Westafrika. &#8222;Exit&#8220; &#8211; sich die Bewegungsfreiheit zu nehmen und zu migrieren, um ein anderes, besseres Leben zu finden, und &#8222;Voice&#8220; &#8211; die Stimme zu erheben und den Kampf vor Ort zu f&#252;hren, sind keine Gegens&#228;tze, sie stehen vielmehr in einem lebendigen Wechselverh&#228;ltnis. </p>

	<p>Das hatten &#8211; noch offenkundiger &#8211; bereits die Umbr&#252;che 1989 gezeigt. Die Abstimmung mit den F&#252;&#223;en katalysierte damals die Protestbewegungen gegen das realsozialistische Unterdr&#252;ckungsregime. Die Mauer ist auch deshalb gefallen, weil die Menschen ihre Bewegungsfreiheit durchgesetzt haben. Um so verlogener erscheint heute die Freiheitsrhetorik westlicher PolitikerInnen, die angesichts der Migrationsbewegungen aus und &#252;ber Nordafrika einmal mehr das Bedrohungsszenario der &#220;berflutung bem&#252;hen, gegen die nun die europ&#228;ische Grenzschutzagentur Frontex in Stellung gebracht wird. </p>

	<p>Die EU-Regierungen haben die nordafrikanischen Machthaber hofiert und gest&#252;tzt und sich in den letzten Wochen z&#246;gerlich bis bremsend gegen&#252;ber den Aufstandsbewegungen verhalten. Dahinter stecken starke &#246;konomische Interessen, aber auch die gewachsene Kollaboration in der Migrationskontrolle. Despoten wurden umso wichtigere &#8222;Partner&#8220;, je effektiver sie als Wachhunde f&#252;r ein vorverlagertes EU-Grenzregime fungierten. Migrationsbewegungen aus Afrika sollten um jeden Preis einged&#228;mmt werden. </p>

	<p>Tausendfacher Tod und Leid nicht mehr nur auf See, sondern auch in den W&#252;sten und Internierungslagern waren und sind die Folgen dieser sch&#228;ndlichen Komplizenschaft. Die subsaharischen MigrantInnen, die aktuell in Libyen Opfer pogromartiger Hetzjagden werden, sahen sich unter dem Gaddafi-Regime seit Jahren einer systematischen Entrechtung, Willk&#252;r und Misshandlungen ausgeliefert. Die EU hat dem libyschen Diktator Millionen gezahlt und &#220;berwachungstechnik geliefert, eine &#228;hnliche Kooperation gibt es mit dem marokkanischen Machthaber, und bis vor kurzem auch mit dem tunesischen Regime. Die arabischen Revolutionen markieren jetzt das m&#246;gliche Scheitern dieses brutalen Ausgrenzungsprojekts der EU im Mittelmeerraum. </p>

	<p>Mit den gezielt medial gestreuten Bef&#252;rchtungen &#252;ber einen Kollaps der Migrationskontrolle wird nun die weitere Versch&#228;rfung und Militarisierung des EU-Grenzregimes legitimiert, verk&#246;rpert durch Frontex. Die europ&#228;ische Grenzschutzagentur erg&#228;nzt und erweitert die nationalen Kontrollsysteme, die seit Jahrzehnten auf Abschreckung und Kriminalisierung der Migrationsbewegungen zielen. Frontex soll &#8211; wie bereits vor der westafrikanischen K&#252;ste oder an der griechisch-t&#252;rkischen Grenze &#8211; nun auch verst&#228;rkt vor Nordafrika zum Einsatz gebracht werden. </p>

	<p>Italien erh&#228;lt die Federf&#252;hrung f&#252;r diese &#8222;Operation Hermes&#8220;. Das ist konsequent und schockierend ehrlich: In Folge des Schulterschlusses zwischen Berlusconi und Gaddafi kam es in den letzten Jahren zu unz&#228;hligen unrechtm&#228;&#223;igen R&#252;ckschiebungen im Mittelmeer, der italienische Staat hat sich geradezu als Meister im Bruch aller Fl&#252;chtlingsskonventionen inszeniert. Und nicht zuf&#228;llig wird kriminalisiert, wer das Leben der Boatpeople rettet. Das zeigen die F&#228;lle der Cap Anamur oder der tunesischen Fischer, deren Prozesse in Italien noch immer andauern. </p>

	<p>MigrantInnen suchen Schutz oder ein besseres Leben in Europa. Sie wandern gegen ein Reichtumsgef&#228;lle, das ganz wesentlich in den neokolonialen Dominanz- und Ausbeutungsverh&#228;ltnissen zwischen Europa und Afrika begr&#252;ndet liegt. In Europa muss sich der universelle Anspruch auf Freiheit und Demokratie deshalb am Umgang mit denjenigen messen lassen, die auf dem Weg der Migration gleiche Rechte einfordern. Frontex steht f&#252;r den Ausbau eines t&#246;dlichen Grenzregimes, f&#252;r das in einer freien Welt kein Platz ist. Der Tod an den Au&#223;engrenzen k&#246;nnte schon morgen Geschichte sein. Aber das ist politisch nicht gewollt. Stattdessen f&#252;hren die EU-Verantwortlichen einen regelrechten Krieg an den Au&#223;engrenzen. </p>

	<p>Innerhalb der EU geh&#246;ren Entrechtung und Abschiebung zum rassistischen Alltag, in dem &#8222;Integration&#8220; als Druckmittel der Anpassung und Ausbeutung in den Niedriglohnsektoren benutzt wird. Doch dieser selektive Umgang mit Migration ist mit Widerst&#228;ndigkeiten und Beharrlichkeiten konfrontiert, die das System der Ungleichheiten und Unfreiheiten immer wieder herausfordern. Nicht zuf&#228;llig findet in dieser bewegten Zeit ein dramatischer Hungerstreik von 300 maghrebinischen MigrantInnen f&#252;r ihre Legalisierung in Griechenland statt. Und verst&#228;rkt flackern Bleiberechtsk&#228;mpfe und migrantische Streiks quer durch Europa auf, seit Sans Papiers &#8211; insbesondere aus Afrika &#8211; vor 15 Jahren in Paris mit der Forderung &#8222;Papiere f&#252;r Alle&#8220; in die &#214;ffentlichkeit traten. </p>

	<p>Der Aufbruch in Nordafrika zeigt, was alles m&#246;glich ist. Es geht um nicht weniger als um ein neues Europa, ein neues Afrika, eine neue arabische Welt. Es geht um neue R&#228;ume der Freiheit und Gleichheit, die es in transnationalen K&#228;mpfen zu entwickeln gilt: in Tunis, Kairo oder Bengazi genauso wie in Europa und den Bewegungen der Migration, die die beiden Kontinente durchziehen. </p>

	<p>8. M&#228;rz 2011 </p>

	<p><i>Afrique-Europe-Interact<br />
Welcome to Europe<br />
Netzwerk Kritische Migrations- und Grenzregimeforschung</i></p>

	<p>Wir wollen diese Deklaration mit m&#246;glichst vielen Unterschriften so schnell und so weit wie m&#246;glich verbreiten, entsprechend bitten wir weitere Netzwerke, Organisationen und Initiativen wie auch Einzelpersonen um Unterzeichnung. Eine entsprechende kurze Mitteilung bitte an <a href='mailto:fsf@antira.info'>fsf@antira.info</a> schicken. </p>

	<p>Auf den Webseiten unserer drei Netzwerke werden wir den Stand der Unterschriften jeweils aktualisieren und &#252;ber weitere m&#246;gliche Schritte informieren:<br />
<a href='http://www.afrique-europe-interact.net/'>Afrique-Europe-Interact</a><br />
<a href='http://w2eu.net/'>Welcome to Europe</a><br />
<a href='http://kritnet.org/'>Netzwerk Kritische Migrations- und Grenzregimeforschung</a></p>

	<p><img src='http://www.kmii-koeln.de/XE3system/uploads/frontex versenken.jpg' /></p>]]></description>
            <link><![CDATA[http://www.kmii-koeln.de/index.php?id=129]]></link>
        </item>
        <item>
            <title><![CDATA[„Freiheit and Democracy“ – der Flüchtlingsschutz bleibt auf der Strecke]]></title>
            <category><![CDATA[überregional]]></category>
            <category><![CDATA[kmii]]></category>
            <category><![CDATA[Köln]]></category>
            <description><![CDATA[<p>Erkl&#228;rung von Claus-Ulrich Pr&#246;l&#223; (Fl&#252;chtlingsrat K&#246;ln)</p>

	<p><i>&#8222;Alle nun verlangen sie Freiheit und Democracy&#8220;<br />
(aus dem Anachronistischen Zug von Bertolt Brecht).</i></p>

	<p>Es darf wieder schonungslos geheuchelt werden. Von jetzt auf gleich mussten Regierungen, Medien und gro&#223;e Teile der &#214;ffentlichkeit umdenken: die ehem. Staatsoberh&#228;upter werden nun politically correct Diktatoren genannt, die ehem. Bollwerke gegen den Islamismus hei&#223;en nun Folterstaaten und aus den ehem. stabilen Handelspartnern sind korrupte Systeme geworden. Die Volksaufst&#228;nde der arabischen V&#246;lker werden offiziell bejubelt und beklatscht.</p><br /><br /><p>Was f&#252;r eine ungeheuerliche Doppelmoral! Jahrelang hatte die EU eben diese Diktaturen bei ihrer menschenverachtenden Fl&#252;chtlingsabwehr im Mittelmeerraum hofiert und mit jede Menge Geld und R&#252;stzeug ausgestattet.<br />
So versprach die EU dem Diktator Gaddafi erst 2009 50 Millionen Euro und die Kooperation mit der paramilit&#228;rischen EU-Grenzschutzagentur Frontex f&#252;r die Sicherung der Seegrenze Libyens. Zugleich wurden Pl&#228;ne &#252;ber die Einrichtung von &#8222;Auffanglagern&#8220; und &#8222;Asylb&#252;ros&#8220; auch in Libyen vorgelegt. Mit diesen Lagern wolle man, so der damalige EU-Kommissar Barrot, &#8222;Trag&#246;dien vermeiden&#8220;. In Wahrheit ging es jedoch darum, den Fl&#252;chtlingsschutz &#8222;auszulagern&#8220; und zu vermeiden, dass Fl&#252;chtlinge EU-Territorium erreichen. Noch Ende 2010 liefen zudem Verhandlungen zwischen der EU und Tripolis &#252;ber ein Rahmenabkommen, das Kooperation in Handels-, Energie- und Migrationsfragen vorsah.<br />
Noch enger war die Freundschaft Italiens mit seiner ehemaligen Kolonie Libyen. 2008 wurde ein bilaterales Abkommen zur &#8222;Bek&#228;mpfung illegaler Einreisen&#8220; abgeschlossen. Seitdem flossen Kredite, Finanzhilfen und Subventionen in Milliardenh&#246;he an Libyen. Als &#8222;Belohnung&#8220; durfte Italien mehrere tausend Bootsfl&#252;chtlinge, denen unter Missachtung der Genfer Fl&#252;chtlingskonvention (GFK) der Zugang zum Asylverfahren verweigert wurde, nach Libyen abschieben oder gleich im Mittelmeer dorthin zur&#252;ckdr&#228;ngen. Dort angekommen wurden viele direkt von den libyschen Sicherheitskr&#228;ften verhaftet.<br />
Die Situation der Fl&#252;chtlinge in Libyen ist der EU bekannt, aber egal. Offiziell gab es 2009 in Libyen 18 Fl&#252;chtlingslager. Wie viele Fl&#252;chtlinge aus welchen L&#228;ndern wie lange dort (sowie in inoffiziellen Lagern und Gef&#228;ngnissen) ausharren m&#252;ssen, ist vollkommen unklar. Klar ist indes: Libyen hat die GFK nicht unterzeichnet, es existieren weder ein Asylgesetz noch systematischer Fl&#252;chtlingsschutz in diesem Land. Zahlreiche Berichte von Fl&#252;chtlingen und Menschenrechtsorganisationen lassen bef&#252;rchten, dass gegen&#252;ber Fl&#252;chtlingen Menschenrechtsverletzungen bis hin zu Folter und T&#246;tungen auf der Tagesordnung stehen.<br />
<b>Die GFK droht zum blo&#223;en Papiertiger zu werden.</b><br />
Kern der GFK ist das Non-Refoulement-Prinzip, d.h. das Verbot der Abschiebung von Fl&#252;chtlingen in L&#228;nder, in denen ihr Leben oder ihre Freiheit wegen ihrer Rasse, Religion, Staatsangeh&#246;rigkeit, ihrer Zugeh&#246;rigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder ihrer politischen Anschauungen gef&#228;hrdet w&#228;re oder in denen ihnen die Verletzung eines weiteren bedeutsamen Menschenrechts droht. Dieses Prinzip setzt allerdings ein Pr&#252;fverfahren voraus, aus dem heraus sich allein beurteilen l&#228;sst, ob die Kriterien f&#252;r eine Fl&#252;chtlingsanerkennung vorliegen oder nicht. Das ist der springende Punkt: den Fl&#252;chtlingen ist n&#228;mlich der Zugang zum Asylverfahren zu erm&#246;glichen.<br />
Der Refoulementschutz gilt dabei nicht nur an der EU-Grenze. Er gilt dar&#252;ber hinaus ohne geographische Beschr&#228;nkung auch auf hoher See. Europ&#228;ischen Grenzbeamten ist es verboten, potentiell Schutzbed&#252;rftige auf See zur&#252;ckzuweisen, zur&#252;ckzueskortieren, an der Weiterfahrt zu hindern oder in nicht zur EU geh&#246;rige L&#228;nder zur&#252;ckzuschleppen. Die Fl&#252;chtlinge haben einen Rechtsanspruch, in den n&#228;chsten sicheren Hafen auf europ&#228;isches Territorium gebracht zu werden.<br />
Aber wen interessiert die Rechtslage? Wen interessieren die vermuteten 10.000 Leichen im Mittelmeer?<br />
Die Revolutionen in den arabischen Staaten haben die bisherige auf Abschottung und Paktieren mit &#8222;Schurkenstaaten&#8220; basierende europ&#228;ische Fl&#252;chtlingspolitik demaskiert. Auf dem Pr&#252;fstand steht &#8211; wieder einmal &#8211; nichts Geringeres als Geltung und Umsetzung der GFK als das Herzst&#252;ck des internationalen Fl&#252;chtlingsschutzes. Die oft von der EU beschworene &#8222;Harmonisierung des Asylrechts&#8220; ist nicht allein wegen der rechtswidrigen Behandlung von Fl&#252;chtlingen in Griechenland zu einer Farce verkommen.<br />
W&#228;re man ernsthaft an der Bek&#228;mpfung von Fluchtursachen interessiert gewesen, h&#228;tte das gehei&#223;en, die politische und wirtschaftliche Situation der Menschen &#8211; nicht der Regimes &#8211; in den Herkunfts- und Transitl&#228;ndern strukturell zu verbessern und alle politischen Aktivit&#228;ten konsequent auf die Umsetzung der Menschenrechte auszurichten.<br />
An dieser Einsicht mangelt es bisher eklatant. Die EU ist auf dem Scheideweg. Die Umw&#228;lzungen k&#246;nnten jetzt als Chance begriffen werden, die verlorene Glaubw&#252;rdigkeit in Sachen Menschenrechte zur&#252;ckzugewinnen. Ob sie das ohne uns &#8211; ohne die kollektive Emp&#246;rung ihrer Staatsb&#252;rger/innen &#8211; schaffen kann, ist allerdings mehr als fraglich. Die ersten Frontex-Boote zwischen Lampedusa und Libyen machen das deutlich. Und in Deutschland hat sich das Bundesverfassungsgericht gerade vor einer Entscheidung zur Drittstaatenregelung gedr&#252;ckt.<br />
In der aktuellen Situation muss auf Italien Druck ausge&#252;bt werden, damit es seine internationalen Verpflichtungen erf&#252;llt. Die GFK und auch die Europ&#228;ische Menschenrechtskonvention werden von der Berlusconi-Regierung weiter mit F&#252;&#223;en getreten. Zudem sind dort menschenw&#252;rdige Unterbringung und soziale Hilfen nicht gew&#228;hrleistet. Der Hilfeschrei aus Rom wegen mehrerer tausend Fl&#252;chtlinge in Lampedusa ist irref&#252;hrend: 2010 wurden in Italien nur rd. 6.500 Asylantr&#228;ge gestellt, in Deutschland waren es ca. 41.000. <br />
Grunds&#228;tzlich bedarf es jedoch &#8211; neben vielem &#8211; einer EU-weiten Regelung &#252;ber die Aufnahme und Verteilung der Fl&#252;chtlinge. Die Bundesregierung sollte ihre Blockade-Haltung dazu endlich aufgeben.<br />
Dies betrifft auch ihre Haltung zum Resettlement-Programm von UNHCR. AufVorschlag der K&#246;lner save me-Kampagne, die sich f&#252;r ein j&#228;hrliches Aufnahmeprogramm der Bundesrepublik f&#252;r Fl&#252;chtlinge aus Erstzufluchtsl&#228;ndern einsetzt, hat der Rat der Stadt K&#246;ln im Juli 2010 eine Resolution beschlossen, in der die Bundesregierung aufgefordert wird, dem Resettlement-Anliegen von UNHCR zu folgen. Was ist aus dem Beschluss geworden? Angesichts der aktuellen Lage sollte die Stadt K&#246;ln ihrer Emp&#246;rung &#252;ber den maroden Zustand der europ&#228;ischen und deutschen Fl&#252;chtlingspolitik Ausdruck verleihen, ihre Forderung erweitern und sich f&#252;r eine Fl&#252;chtlingsaufnahme ohne Wenn und Aber aussprechen. Ein &#8222;K&#246;lner Signal&#8220; h&#228;tte mehr als nur symbolische Bedeutung.<br />
Der weite Blick nach Br&#252;ssel und Berlin und der Verweis auf den Stadtrat d&#252;rfen nicht zur falschen Ansicht f&#252;hren, uns &#8211; jedem einzelnen &#8211; seien hier die H&#228;nde gebunden. Demokratie muss auch bei uns politisch erk&#228;mpft werden, jeden Tag. Den Verfassungsschutz sollte man nicht den Innenministerien und dem gleichnamigen Bundesamt &#252;berlassen. Verfassungsschutz hei&#223;t, sich aktiv f&#252;r die Menschenrechte &#8211; f&#252;r den Schutz von Fl&#252;chtlingen &#8211; einzusetzen.<br />
Claus-Ulrich Pr&#246;l&#223;<br />
Fl&#252;chtlingsrat K&#246;ln<br />
01.03.2011</p>]]></description>
            <link><![CDATA[http://www.kmii-koeln.de/index.php?id=128]]></link>
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            <title><![CDATA[Redefreiheit , Reisefreiheit etc.]]></title>
            <category><![CDATA[überregional]]></category>
            <category><![CDATA[kmii]]></category>
            <description><![CDATA[<p><b>Die arabischen Revolutionen kommen in der EU an</b></p>

	<p>Was haben wir uns alle gefreut, als zuerst die Diktatur in Tunesien zusammenbrach und dann der &#228;gyptische Statthalter Mubarak nach Sharm el Scheich entschwand! Endlich Demokratie in Sicht an s&#252;dlichen Mittelmeergestaden! Endlich Freiheit! Redefreiheit! Versammlungsfreiheit! Reisefreiheit!</p><br /><br /><p>Reisefreiheit? Nun ja, das m&#252;ssen einige Tunesier missverstanden haben. Setzen sich einfach in ein Boot und denken, wenn jetzt &#252;berall Demokratie ist, n&#246;rdlich und s&#252;dlich des Mare Nostrum, sind wir auch &#252;berall zuhause und willkommen. Wie damals die Deutschen oder Ungarn nach dem Fall der Mauer. Aber da liegt eben der Irrtum der demokratieversessenen Tunesier und aller anderen &#196;gypter, die sich mit der Freiheit, den Tahrir-Platz zu umrunden, gleich auch die Freiheit nehmen wollen, z.B. Lampedusa anzusteuern.</p>

	<p>Sie verwechseln ganz offensichtlich die Mauer mitten durch und um Berlin herum mit der Mauer um Europa. Aber letztere ist von ganz anderer Qualit&#228;t als die 1989 gefallene. Die sch&#252;tzt der Westen, nicht der marode Osten. Die sch&#252;tzt Frontex, unsere europ&#228;ische Grenzagentur. Die sch&#252;tzt der italienische Innenminister, und zwar mit eigenen Polizeitruppen direkt in Tunesien, wenn&#8217;s nach seiner Nase ginge. Der neue tunesische Innenminister hat ihm allerdings einen demokratischen Haken auf dieselbige gegeben und gesagt, solche Idee k&#246;nnte nur einem rechtsextremen Rassistenhirn entspringen. Starker Tobak! Freiheitsmissbrauch geradezu. Hat der Mann &#252;bersehen, dass die Freiheit des Wortes Grenzen hat? Grenzen!</p>

	<p>Obwohl: Italiens Innenminister Roberto Maroni entstammt tats&#228;chlich der Lega Nord, einer halbfaschistischen Sammlungsbewegung, und ist ein schlimmer Finger, der bei jeder Gelegenheit vom Kulturkampf gegen den Islam herumbr&#252;llt. Was die Angelegenheit aber wirklich schlimm macht, ist nicht Maronis rassistisch-kolonialistischer Reflex auf ein paar Tausend unerw&#252;nschte Migranten aus Tunesien. Schlimm ist, das nahezu das ganze politische Europa nur wenige Stunden nach seinen Lobeshymnen auf Freiheit und Demokratie im Maghreb Zeter und Mordio schreit, wenn diese Revolutionen Folgen haben. Z.B. weil sich die Menschen das Recht auf Reisefreiheit oder auf Redefreiheit nehmen.</p>

	<p>Ach, wie war das doch sch&#246;n, als in Tunesien noch Ben Ali die Macht hatte und mit EU-Geldern Abschiebehaftanstalten f&#252;r ausreisewillige junge Leute bauen lie&#223;. Und gemeinsam mit den ratgebenden EU-Grenzbeamten die EU-Mauer vorverlegen und im eigenem Land hochziehen lie&#223;, will sagen: mit speziell ausger&#252;steten tunesischen Uniformierten Ausreise- und Fluchtverhinderung betrieb.</p>

	<p>Wenn Guido Westerwelle erkl&#228;rt, Tunesien und die anderen Maghreb-Staaten br&#228;uchten jetzt EU-Hilfe, auch finanzieller Art, wird er m&#246;glicherweise daran gedacht haben, verst&#228;rkt demokratisch in diese Sorte Grenzanlagen zu investieren. Ganz sicher hat er nicht daran gedacht, mit EU-Hilfe die vorhandenen Fl&#252;chtlingsaufnahmeeinrichtungen auf Lampedusa wieder zu &#246;ffnen oder die dort Ankommenden in andere EU-L&#228;nder weiterreisen zu lassen, um Italien als Nachbarstaat Afrikas ebenso zu entlasten wie Griechenland. Nat&#252;rlich kommen in diesen L&#228;ndern viele Menschen des S&#252;dens an. Sie sind der lebende Beweis f&#252;r eine zutiefst ungerechte Weltwirtschaftsordnung, von der Europa profitiert und f&#252;r die Afrika zahlt. Wer sich dieser Realit&#228;t nicht stellt, die wesentlicher Ausl&#246;ser f&#252;r die Fluchtbewegungen ist, der hat in Wahrheit nichts als nackte Angst vor wirklich demokratischen Umw&#228;lzungen in Afrika. Lobhudeleien auf die Menschen in Arabien, die endlich in eine bessere Zukunft aufbrechen wollen, sollten solche gewaltbereiten Verteidiger des Status Quo uns allerdings ersparen.</p>

	<p><i>Albrecht Kieser in WDR 3, Resonanzen, 15.2.2011</i></p>

	<p><a href='http://www.wdr3.de/resonanzen/details/artikel/wdr-3-resonanzen-226e2783e3.html'>PODCAST zum H&#246;ren</a></p>]]></description>
            <link><![CDATA[http://www.kmii-koeln.de/index.php?id=127]]></link>
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            <title><![CDATA[Archive]]></title>
            <link><![CDATA[http://www.kmii-koeln.de/index.php?p=archive]]></link>
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