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Pressemitteilungen des bundesweiten Netzwerks
"kein mensch ist illegal" zur Kampagne gegen Abschiebungen
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Presse
mitteilung
München,
05.12.2000
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Kein Mensch ist illegal ruft erneut zu Aktionstagen gegen die Deportation.Class
auf
Gewerkschaftstag der ÖTV gegen Abschiebungen mit der Lufthansa
Die Kampagne gegen die Lufthansa Deportation.Class geht in eine neue Runde.
Jan Hoffmann vom Netzwerkes "kein mensch ist illegal" kündigte für die
Adventszeit verstärkte Proteste gegen Abschie-bungen auf Linienflügen
an.
Die Aktionen begannen am 3. Dezember auf dem "Reisemarkt 2000" in Köln,
werden in der folgenden Woche in München, Münster, Hannover, Regensburg
und Freiburg fortgesetzt. Höhepunkt der Woche stellt eine Demonstration
am Samstag, den 9.12.00 (12:00 Uhr) aus Anlass des Tages der Menschenrechte
auf dem Frankfurter Flughafen dar. Das Aktionsbündnis gegen Abschiebungen
Rhein-Main gedenkt mit dieser Aktion der bei Abschiebungen und im Internierungslager
zu Tode gekommenen Männer und Frauen und fordert die sofortige Auflösung
des Internierungslagers, die Abschaffung des Flughafenverfahrens und sofortigen
Abschiebestopp. Den Schlußpunkt setzt kein mensch ist illegal Hamburg
mit einer Aktion im weihnachtlichen Reiseverkehr auf dem Hamburger Flughafen
am 22.12.00.
Während Lufthansa-Vorstand und Bundesinnenministerium zum Stand der Verhandlungen
über den vollständigen Ausstieg aus dem Abschiebegeschäft eisernes Stillschweigen
bewahren, erhielten die AktivistInnen von kein mensch ist illegal unterdessen
Rückendeckung aus dem Arbeitnehmerlager. Der Gewerkschaftstag der ÖTV
vom 04. bis 10. November in Leipzig hat einstimmig beschlossen, "ArbeitnehmervertreterInnen,
VertreterInnen von ÖTV und DAG im Aufsichtsrat der Lufthansa AG werden
aufgefordert, sich dafür einzusetzen, dass die Lufthansa keine zur Abschiebung
vorgesehe-nen Flüchtlinge mehr befördert. Die Gewerkschaft ÖTV fordert
ihre Mitglieder auf, sich nicht mehr an Abschiebungen zu beteiligen."
In der Begründung dieses Antrages kritisiert der Gewerkschaftstag prinzipiell
die Abschiebepraxis der Bundesregierung, die auch Abschiebungen in nicht
sichere Heimatländer der Flüchtlinge zu-lässt. Der Gewerkschaftstag verweist
auch auf das strafrechtliche Risiko, welches Flugkapitäne als Inhaber
der sog. "Bordgewalt" bei jedem Zwangstransport auf sich nehmen, sowie
auf die vielen von amnesty international dokumentierten Mißhandlungen
bei Abschiebungen aus Deutschland.
Mit zahlreichen Aktionen auf Flughäfen, in Reisebüros und im Internet
macht "kein mensch ist illegal" seit März diesen Jahres dem Konzern schwer
zu schaffen. Unter dem Slogan "Deportation.Class - Gegen das Geschäft
mit Abschiebungen" fordern die Aktivist Innen, dass die Lufthansa diesen
Geschäftsbereich endgültig aufgebe und keine Zwangspassagiere mehr befördere.
Im Juni 2000 war die jährliche Aktionärsversammlung der Lufthansa AG von
Protesten überschattet. Auf den juristischen Angriff der Lufthansa auf
die Internet-Ausstellung deportation.class im Oktober 2000 reagierten
MedienaktivistInnen in ganz Europa und den USA mit Empörung.
München, den 05.12.00 Jan Hoffmann, Sprecher
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Presse
mitteilung
Berlin,
18.10.2000
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kein mensch ist illegal
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PRESSEMITTEILUNG VOM 18.10.2000
KEIN MENSCH IST ILLEGAL LÄSST SICH NICHT EINSCHÜCHTERN
Lufthansa AG will kritische Plakatkunst aus dem Internet verbannen. Doch
die AktivistInnen von "kein mensch ist illegal" lassen sich nicht einschüchtern.
Internetanbieter aus aller Welt wollen nun die Webseiten mit Grafiken
zur "Deportation.Class" spiegeln.
(18.10.2000) "kein mensch ist illegal" hat sich dem Druck der Lufthansa
nicht gebeugt. Am vergangenen Montag lief ein Ultimatum ab, das der Luftfahrtkonzern
den AbschiebegegnerInnen gestellt hatte: Anwälte der Deutsche Lufthansa
AG forderten von einem Aktivisten von "kein mensch ist illegal" sowie
der "Kölner Stadtrevue", bis zum 16. Oktober eine "Unterwerfungserklärung"
zu unterzeichnen und sich darin zu verpflichten, eine Plakat-Ausstellung
zu löschen, die sich unter anderem auch auf Webseiten der Stadtillustrierten
"Kölner Stadtrevue" befindet.
Die inkriminierten Plakate werden seit Mai sowohl im World Wide Web <
http://www.stadtrevue.de/kmii/frame/pla00.htm
>, als auch im Rahmen einer Wanderausstellung präsentiert. KünstlerInnen
aus ganz Deutschland hatten sich Anfang diesen Jahres an einem Plakatwettbewerb
beteiligt, den "kein mensch ist illegal" ausgeschrieben hatte, um sich
kritisch mit der Rolle der Lufthansa AG bei Abschiebungen auseinanderzusetzen.
Die Ausstellung mit den prämierten Entwürfen ist in ganz Deutschland sowie
verschiedenen europäischen Ländern unterwegs und wird zur Zeit im Kunsthaus
Exnergasse in Wien gezeigt.
In einem am 9. Oktober eingegangenen Schreiben behaupten die Anwälte der
Lufthansa AG, die Verwendung der für ihren Mandanten typischen Farben
und seines eingetragenen Warenzeichens sei rechtswidrig. Außerdem führen
sie an, Lufthansa werde in eine Ecke mit Rassisten und Rechtsextremisten
gestellt. Als Streitwert wurde eine Viertelmillion Mark festgesetzt. Bei
"Zuwiderhandlung" drohen den Beklagten jeweils 10.100 Mark Vertragsstrafe.
Für Jan Hoffmann, Sprecher von "kein mensch ist illegal", stellt diese
Drohung einen leicht zu durchschauenden Einschüchterungsversuch dar. Hoffmann
spricht von einem "dreisten Angriff auf die Freiheit der Kunst".
Mit zahlreichen Aktionen auf Flughäfen, in Reisebüros und im Internet
macht "kein mensch ist illegal" seit März dem Konzern schwer zu schaffen.
Unter dem provokativen Slogan "Deportation.Class - Gegen das Geschäft
mit Abschiebungen" fordern die AktivistInnen, dass die Lufthansa diesen
Geschäftsbereich aufgebe und keine Zwangspassagiere mehr befördere. Anlass
für die Aktionen, die große öffentliche Aufmerksamkeit fanden, war der
Tod des Sudanesen Aamir Ageeb, der im Mai 1999 an Bord einer Lufthansamaschine
gewaltsam zu Tode kam. Im Juni 2000 war die jährliche Aktionärsversammlung
der Lufthansa AG von Protesten überschattet.
"Wir gehen davon aus, dass die Gespräche der Lufthansa mit der Bundesregierung
mitnichten über einen Ausstieg aus der 'Deportation.Class' geführt wurden,
wie Lufthansa-Chef Weber dies auf der Hauptversammlung im Juni angekündigt
hatte. Stattdessen wurde wohl abgesprochen, die Kampagne mundtot zu machen",
sagt Jan Hoffmann von "kein mensch ist illegal". Er verfüge über vertrauliche
Informationen, wonach es bei sogenannten "Problem-Abschiebungen" in den
letzten Monaten vermehrt zu Schwierigkeiten gekommen sei, so dass Abschiebungen
wiederholt abgebrochen werden mussten.
"kein mensch ist illegal" kündigt an, die Abschiebepraxis des Konzerns
auch auf internationaler Ebene noch intensiver zu beobachten. Mit spektakulären
Aktionen soll zudem der öffentliche Druck auf die Lufthansa verstärkt
werden. Gleichzeitig werden Flüchtlinge über ihre Möglichkeiten Widerstand
gegen ihre Abschiebung zu leisten, informiert.
Zur Unterstützung der vom Verbot bedrohten Ausstellung ist inzwischen
eine internationale Allianz ins Leben gerufen worden. Nur wenige Stunden,
nachdem das anwaltliche Schreiben der Lufthansa eintraf, haben sich Dutzende
von Internetprovidern, vor allem in Nordamerika, spontan bereit erklärt,
der Ausstellung "politisches Asyl" zu gewähren.
"Die Einleitung gerichtlicher Schritte wird zu nichts anderem als zu einer
weiteren Verbreitung konzernkritischer Inhalte führen", sagt Jan Hoffmann
von "kein mensch ist illegal". Die Lufthansa AG solle sich besser um ihr
angekratztes Bild in der Öffentlichkeit - nicht zuletzt im Ausland - sorgen,
statt KritikerInnen der Abschiebepraxis mit horrenden Schadensersatzforderungen
zu bedrohen. "Der Konzern muss die Abschiebungen in der Deportation.Class
stoppen - nicht die Ausstellung!"
Weitere Informationen:
http://www.deportation-alliance.com/lh
oder unter der Telefonnummer:
0172-8910825
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Köln, München, Frankfurt
22.05.2000
Aktion
in
Köln
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deportation.class stop!
Presseerklärung Köln, München, Frankfurt 22. Mai 2000
26. - 28. Mai 2000: Aktionstage der Initiative KEIN MENSCH IST ILLEGAL
gegen Abschiebungen durch die Lufthansa
In Hamburg, Bremen, Frankfurt, Köln, Freiburg, München, Regensburg, Würzburg
und Tübingen protestiert KEIN MENSCH IST ILLEGAL zwischen dem 26. und
dem 28. Mai 2000 gegen Abschiebungen durch die Lufthansa. Anlass ist der
Todestag des Sudanesen Aamir Ageeb, der im Mai vergangenen Jahres an Bord
einer Lufthansamaschine nach Kairo erstickte. Beamte des Bundesgrenzschutzes
hatten ihn gefesselt, ihm einen Motorradhelm auf den Kopf gesetzt und
ihn so lange in den Sitz gedrückt, bis er starb.
Ageeb war nicht das erste Todesopfer der brutalen Abschiebepraxis. Bereits
im August 1994 war der Nigerianer Kola Bankole ebenfalls an Bord einer
Lufthansamaschine gestorben. Konsequenzen hatten diese tödlichen Abschiebungen
bisher nicht. Nach einer Schamfrist von wenigen Wochen, in der zunächst
keine Abschiebungen mehr mit Gewalt durchgeführt wurden, gingen Bundesinnenministerium,
Ausländerbehörden und die Luftfahrtgesellschaften im letzten Jahr wieder
zur Tagesordnung über. Trotz vereinzelter couragierter Proteste von Passagieren,
kritischen Aktionären und antirassistischen Gruppen fungiert die Lufthansa
weiterhin als willfähriger Handlager der Ausländerbehörden. Allein im
vergangenen Jahr wurden zwischen 10 bis 20.000 sogenannte Deportees mit
Linienmaschinen der Lufthansa abgeschoben. Auch wenn die Pressestelle
des Konzerns inzwischen behauptet, gegen den Widerstand der Betroffenen
würde niemand mit der Lufthansa mehr ausgeflogen, sieht die Realität anders
aus. In den vergangenen Monaten kam es an Bord von Lufthansamaschinen
immer wieder zu Zwischenfällen, bei denen Abgeschobene von Polizisten
misshandelt wurden. Erst eine eindeutige Erklärung des Vorstandes, keine
Abschiebungen mehr durchzuführen und eine entsprechende Dienstanweisung
der Geschäftsleitung, kann verhindern, dass Menschen bei der Abschiebung
brutal misshandelt, verletzt oder getötet werden. Die Erklärung der Lufthansa
vom April, die Prognose der Behörden über die "Gewaltbereitschaft von
Deportees sehr kritisch zu prüfen" ist zynisch, schließlich ist jede Abschiebung
ein Akt der Gewalt und nicht der verzweifelte Versuch von Menschen, die
sich aus Angst dagegen wehren.
»Deportation Class - gegen das Geschäft mit Abschiebungen« ist der Titel
einer Kampagne, die KEIN MENSCH IST ILLEGAL im April der Öffentlichkeit
vorgestellt hat. Ziel ist, auf Fluglinien, die sich für die Beförderung
von gewaltsam in das Flugzeug verschleppten Menschen bezahlen lassen,
öffentlichen Druck auszuüben, sowie Passagiere und Bordpersonal zum Eingreifen
auffordern. Die Kampagne richtet sich zunächst vor allem gegen die Lufthansa,
weil die Airline ihre Flugverbindungen in die ganze Welt für Abschiebungen
zur Verfügung stellt. Im März und April fanden in vielen deutschen Städten
erste Aktionen statt, auf der Internationalen Tourismusbörse in Berlin,
auf den Flughäfen Hamburg, Hannover und München sowie beim Ausbildungszentrum
der Lufthansa bei Frankfurt.
Um den Druck auf die Geschäftsleitung der Lufthansa zu erhöhen, werden
zwischen dem 26. und dem 28. Mai auf den Flughäfen in Hamburg (26.5.),
Bremen, Frankfurt und Köln (jeweils 27.5.) sowie vor Lufthansavertretungen
in Freiburg, München, Regensburg, Tübingen und Würzburg Protestaktionen
stattfinden.
Weitere Informationen finden Sie im Internet unter:
www.deportation-alliance.com
AG3F - Antirassistische Gruppe Für Freies Fluten -
Metzgerstrasse 8
D-63450 Hanau - Germany
phone & fax 0049-(0)6181-184892
email: AG3F@oln.comlink.apc.org
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Köln,
17.04.2000
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Erst am 13. März 2000 kam es an Bord der Lufthansamaschine LH 4115 von
Paris nach Berlin zu einem folgenschweren Zwischenfall. Professor Dr.
Klaus-Gerd Giesen von der Universität Leipzig wurde als Fluggast Zeuge,
als sich ein afrikanischer Flüchtling verzweifelt gegen seine Abschiebung
wehrte. Die Crew, berichtete der Hochschullehrer, habe die Gewaltanwendung
durch französische Polizeibeamte tatenlos hingenommen, "obwohl das Opfer
schrie und Passagiere protestierten". Erst als Giesen dem Kapitän rechtlich
Schritte androhte, sei die Abschiebung abgebrochen worden. Die Erklärung
der Lufthansa, die Prognose der Behörden über die "Gewaltbereitschaft
von Deportees sehr kritisch zu prüfen" ist in den Augen der Anti-Lufthansa-Aktivisten
zynisch und verdreht die Realität: "Schließlich ist die Abschiebung der
Akt der Gewalt und nicht der verzweifelte Versuch von Menschen, die sich
aus Angst mit letzter Kraft dagegen auflehnen ", sagt Hoffmann. Die Behauptung
der Lufthansa, Abschiebungen gegen den Widerstand der Betroffenen seit
Mitte vergangenen Jahres nicht mehr durchzuführen sei zudem kaum glaubhaft,
da der Leiter "Operative Maßnahmen, Abteilung Konzernsicherheit", Neuman,
am 16. Dezember öffentlich noch erklärte, die Lufthansa werde lediglich
"Deportees, die medikamentös ruhiggestellt werden bzw. einen Helm tragen",
nicht zum Flug akzeptieren. "Der Einsatz von Fuß- und Handfesseln und
anderen Zwangsmaßnahmen durch den Bundesgrenzschutz wird von der Lufthansa
offenbar weiterhin gebilligt", stellt Hoffmann fest. KEIN MENSCH IST ILLEGAL
verlangt von der Lufthansa die Garantie, bei jeder Buchung, oder spätestens
vor dem Abflug zu prüfen, ob Passagiere mit dem Flug auch einverstanden
sind. Eine solche Versicherung über die Freiwilligkeit der Reise ist bereits
jetzt Praxis der belgischen Fluggesellschaft Sabena. Sabena zog damit
die Konsequenzen aus dem Tod der 20jährigen Semira Adamu, die im September
1998 an Bord eines Linienfluges von Polizeibeamten mit einem Kissen erstickt
wurde. "Die Gesetzeslage zwingt die Lufthansa keineswegs dazu, Passagiere
gegen ihren Willen zu befördern", erläutert die Münchner Rechtsanwältin
Gisela Seidler. "Das Luftverkehrsgesetz besagt lediglich, daß jeder, der
einen Personentransport mit dem Flugzeug wünscht, auch zugelassen werden
muß. Die Beförderungspflicht hat aber nicht zum Inhalt, daß Menschen,
die nicht fliegen wollen, geflogen werden müssen." Die Lufthansa sei also
juristisch bestens abgesichert, wenn sie den Transport von Menschen gegen
ihren Willen ablehnt. KEIN MENSCH IST ILLEGAL will die Kampagne "deportation
class - gegen das Geschäft mit Abschiebungen" fortsetzen - bis die Lufthansa
ihre Verantwortung für Menschen, die von Abschiebung bedroht sind, wahrnimmt.
»Deportation Class - gegen das Geschäft mit Abschiebungen« ist der Titel
einer Kampagne, die »kein mensch ist illegal« Ende März der Öffentlichkeit
vorgestellt hat. Ziel ist, auf Fluglinien, die sich für die Beförderung
von gewaltsam in das Flugzeug verschleppten Menschen bezahlen lassen,
öffentlichen Druck auszuüben, sowie Passagiere und Bordpersonal zum Eingreifen
auffordern. Die Kampagne richtet sich zunächst vor allem gegen die Deutsche
Lufthansa, weil die deutsche Airline ihre Flugverbindungen in die ganze
Welt für Abschiebungen zur Verfügung stelle und sich so zum willfährigen
Handlanger der brutalen Abschiebepraxis mache. Am zweiten Aprilwochenende
fanden an vielen deutschen und internationalen Flughäfen erste Aktionen
statt. Das Netzwerk "kein mensch ist illegal" wurde im Juni 1997 auf der
documenta X in Kassel gestartet. In wenigen Wochen schlossen sich mehr
als 200 Gruppen und Organisationen, sowie tausende von Einzelpersonen
einem Appell an, Flüchtlinge und MigrantInnen unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus
"bei der Ein- oder Weiterreise zu unterstützen, MigrantInnen Arbeit und
Papiere zu verschaffen, medizinische Versorgung, Schule und Ausbildung,
Unterkunft und materielles Überleben zu gewährleisten." In den letzten
drei Jahren hat sich auf der Basis dieses Appells ein vielfältiges und
auf verschiedenen Ebenen arbeitendes Netzwerk entwickelt.
deportation.class stop!
c/o Kölner Netzwerk »kein mensch ist illegal«
Siebachstraße 85 50733 Köln
Tel. 0172-8910825
Fax 06181-184892
Email: grenze@ibu.de
http://www.deportation-alliance.com
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Köln,
02.04.2000
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Pressemitteilung 02.04.2000
Kampagne gegen Geschäft mit Abschiebungen
Lufthansa in der Kritik
Das bundesweite Netzwerk »kein mensch ist illegal« stellte am 02. April
2000 die Kampagne »Deportation Class - gegen das Geschäft mit Abschiebungen«
vor. »Wir werden auf die Profiteure des schmutzigen Geschäfts Druck ausüben,
indem wir die Öffentlichkeit informieren und die Passagiere und Bordpersonal
zum Eingreifen auffordern«, sagte Jan Hoffmann, Aktivist der Kampagne.
Die Kampagne richte sich zunächst vor allem gegen die Deutsche Lufthansa,
weil die Lufthansa ihre Flugverbindungen in die ganze Welt für Abschiebungen
zur Verfügung stelle und sich so zum willfährigen Handlanger der brutalen
Abschiebepraxis mache.
»Die Bedeutung der Lufthansa für die Abschiebemaschinerie ist immens«,
stellte Hoffmann fest. Die Airline ermögliche es den Abschiebebehörden,
»zu jedem Zeitpunkt an fast jeden Ort der Welt eine Abschiebung durchzuführen.«
Genaue Zahlen über die Anzahl der Abschiebungen mit der Deutschen Lufthansa
liegen dem antirassistischen Netzwerk »kein mensch ist illegal« nicht
vor. »Der Konzern kennt angeblich keine Zahlen. Wir gehen aufgrund unserer
Recherchen von mehreren tausend Abschiebungen pro Jahr aus Deutschland
und den europäischen Nachbarländern unter Nutzung von Lufthansa-Maschinen
aus. Es ist kein Zufall, daß die Todesfälle bei Abschiebeflügen aus Deutschland
in Lufthansa-Maschinen geschehen sind.« Auch die Rolle der Lufthansa in
der Kriegsvorbereitung der Nationalsozialisten sowie den Einsatz von Zwangsarbeitern
an Lufthansa-Standorten wird »kein mensch ist illegal« anprangern. »Kein
Wunder, daß die Lufthansa möglichst schnell und geräuschlos dem Entschädigungsfonds
beigetreten ist«, heißt es in der von »kein mensch ist illegal« in großer
Auflage verbreiteten Kampagnenzeitung »deportation class«, die auch im
Internet eingesehen werden kann (http://www.deportation-alliance.com/lh/newsletter1.html).
Für vorgeschoben hält das antirassistische Netzwerk die Behauptung der
Lufthansa, sie sei zur Beförderung von Abzuschiebenden verpflichtet: »Das
wird nicht dadurch richtig, daß es dauernd wiederholt wird. Eine gesetzliche
Beförderungspflicht besteht nur als sogenannte »Rückbeförderungspflicht«
im Fall der Einreiseverweigerung am Flughafen sowie in den wenigen Fällen
einer gestatteten Einreise zur Durchführung eines Asylverfahrens nach
einer regulären Kontrolle - vorausgesetzt, die Behörden können die Einreise
mit einer Lufthansa-Maschine nachweisen. Im übrigen stehe es der Lufthansa
als Privatunternehmen frei, an wen sie ihre Tickets verkauft. »Der tödliche
Abschiebeflug des Aamir Ageeb erfolgte aus rein privatwirtschaftlichem
Interesse«, erklärte Claudia Mai, Mitarbeiterin von »kein mensch ist illegal«.
Wenn die Lufthansa bereits Flüge fast zum Nulltarif anbieten müsse, könne
sie vermutlich froh sein, wenn für Abzuschiebende und Begleitbeamte reguläre
Preise für Linienflüge gezahlt würden. »Die Lufthansa nimmt einfach jedes
Geschäft mit,« vermutet Frau Mai. »Kein mensch ist illegal« tritt zunächst
mit der Kampagnenzeitung und dem Plakat »Deportation Class«, dem Siegerentwurf
eines Plakatwettbewerbs, an die Öffentlichkeit. Nun sollen Aktionen folgen:
Nach einer erfolgreichen Auftaktaktion auf der Internationalen Tourismus
Börse (ITB) in Berlin werden vom 7. bis 15. April Aktionen auf verschiedenen
Flughäfen sowie an Lufthansa-Standorten stattfinden. Vom 26. bis 28. Mai
wird die Kampagne mit Veranstaltungen und Aktionen an den am 28.Mai 1999
auf dem Lufthansa-Flug von Frankfurt nach Khartoum/Sudan getöteten Flüchtling
Aamir Ageeb erinnern. Und auch die Hauptversammlung der Lufthansa-Aktionäre
am 15. Juni in Berlin kann sich wie bereits im vergangenen Jahr des Besuches
kritischer AktionärInnen sicher sein, kündigte Frau Mai an.
deportation.class stop!
c/o Kölner Netzwerk »kein mensch ist illegal«
Siebachstraße 85 50733 Köln
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