Die Problematik, Ausländern ohne Papiere eine menschenwürdige, adäquate und
umfassende medizinische Versorgung zu garantieren, liegt in der Gesetzgebung.
Ein Deutscher, der Illegalisierte unterstützt, ohne sie zu denunzieren, macht sich laut Ausländergesetz selbst strafbar.
So menschenunwürdig wie diese Gesetzgebung ist auch die Situation,
in der sich ein Illegalisierter im Krankheitsfalle wiederfindet.
Hier wird der dringend anstehende Besuch eines Arztes so lange wie möglich hinausgezögert,
bis die Inanspruchnahme ärztlicher Hilfe unumgänglich ist.
Die Angst, entdeckt, gar denunziert zu werden ist so enorm, dass man darüber die eigene Gesundheit vergisst,
das Risiko, sein Leben aufs Spiel zu setzen, vollkommen verdrängt,
um so einer bei Entdeckung drohenden Abschiebung zu entgehen.
Diese Ernsthaftigkeit der Lage haben Vereine wie "MediNetz", "Ila", "ProAsyl",
"die medizinische Flüchtlingshilfe Bochum e.V.", um nur einige zu nennen, erkannt und sind bemüht,
Lösungsansätze zu schaffen.
In Zusannenarbeit mit ÄrztInnen hat sich jeder Verein zum Ziel gesetzt,
die medizinische Versorgung von Menschen ohne Papiere zu verbessern.
Um dies zu erreichen sind erste Schritte, sich an die Öffentlichkeit zu richten und Druck auf die zuständigen Behörden auszuüben, getan.
Solange jedoch Sondergesetze bestehen, muss auch praktisch geholfen werden.
Dies geschieht in Form einer kostenlosen und anonymen Behandlung von Flüchtlingen mit
unzureichender bzw. nicht vorhandener Krankenversicherung.
Vermittelt werden Praxistermine bei Allgemein- und FachärztInnen ,
die sich in enger Absprache mit dem jeweiligen Verein zu unentgeltlicher und anonymer Behandlung bereit erklärt haben. Noch problematischer jedoch gestaltet sich die Frage, wie Materialkosten und Fremdleistungen getragen werden können. Hier bedarf es der nicht immer fruchtenden Überzeugungskraft des Arztes, Labore, Röntgeninstitute, Krankenhäuser, Apotheken usw. auf das Beziehen eines Entgeldes im Interesse des Patienten zu verzichten.
Angewiesen jedoch sind diese Vereine hauptsächlich auf die Mithilfe und das Mitwirken der außenstehenden Bevölkerung, die durch finanzielle Unterstützung ein Fortbestehen dieser Vereine erst ermöglicht.
An welche Vereine man sich im Bedarfsfall wenden kann,
sei es um Hilfe zu erhalten oder Hilfe zu geben, ist unter folgenden Seiten ersichtlich:
