Medizinische Flüchtlingshilfe

  Kölner Büro  

"Papierlos"

Seit Jahren wächst die Anzahl von Menschen ohne Papiere in ganz Europa. Dafür gibt es verschiedene Gründe:
Die Notlage der Bevölkerung in der "Dritten Welt", die Globalisierung des Kapitals,
die regionalen Krisenherde und vor allem die Gesetzgebung der "Festung Europa".
Das wird besonders deutlich durch den Gesetzentwurf von Innenminister Otto Schily,
demzufolge AusländerInnen rein nach wirtschaftlichen Kriterien beurteilt werden.
Diese Gesetzgebung führt dazu, dass es immer schwieriger wird, nach Europa einzureisen und auf Dauer zu bleiben. Seitdem es nahezu unmöglich gemacht wurde, auf legalem Wege nach Deutschland zu fliehen,
einzuwandern, einzureisen, ist die Überschreitung der Staatsgrenze oftmals nur noch "illegal" möglich.
So werden Menschen, die hier Zuflucht suchen, in die Illegalität gedrängt - kriminalisiert.

 

Was heißt eigentlich "papierlos"?

Unterschiedlichen Schätzungen zufolge leben zwischen 500 000 und 1,5 Millionen Menschen ohne Papiere -
d.h. ohne eine Aufenthaltsgenehmigung - in Deutschland.
Sie werden vorwiegend unter der Bezeichnung "Illegale" zusammengefasst.
Damit besteht für die Menschen aber allzu leicht die Gefahr, in eine kriminelle Ecke gedrängt zu werden.
Mit diesem Vorurteil, es handele sich um eine kriminelle Personengruppe, möchten wir jedoch aufräumen.
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Was bedeutet es, "papierlos" leben zu müssen?

Der illegale Aufenthalt ist undenkbar ohne die notwendigen und strengen Verhaltensregeln, die zum Ziel haben,
so wenig wie möglich in der Öffentlichkeit aufzufallen.
Dazu gehören dann etwa so einfache Dinge, wie bei Rot nicht über die Ampel zu gehen oder
nie ohne funktionierendes Licht am Rad zu fahren.
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